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Kein Durchbruch bei Moskauer Afghanistan-Konferenz

Die internationale Afghanistan-Konferenz in Moskau ist am Freitag ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Neben Vertretern der afghanischen Regierung nahmen auch Mitglieder der radikalislamischen Taliban an der Konferenz in einem Hotel hinter verschlossenen Türen teil. Doch eine Vereinbarung zu direkten Friedensgesprächen zwischen den Konfliktparteien kam nicht zustande.

Russland hatte auch Vertreter der Vereinigten Staaten, Indiens, des Iran, Chinas, Pakistans sowie aus fünf ehemaligen Sowjetrepubliken zu dem Treffen eingeladen. Für die Taliban sagte deren Sprecher Mohammed Abbas Staniksai nach der Konferenz, es sei nicht um direkte Verhandlungen gegangen. "Die Taliban erkennen die derzeitige Regierung nicht als legitim an. Deshalb werden wir nicht mit ihr verhandeln", fügte er hinzu.

Die Hauptforderung der Taliban sei der Abzug ausländischer Streitkräfte aus Afghanistan. Ihr Verhandlungspartner seien deswegen die USA. Die Taliban hatten angekündigt, fünf ranghohe Mitglieder ihres "Politbüros" nach Moskau zu schicken. Es werde bei dem Treffen aber "keinerlei Verhandlungen mit der Kabuler Regierung geben", hatten sie im Voraus mitgeteilt.

Ein Mitglied der afghanischen Regierungsdelegation, Haji Din Mohammed, sagte seinerseits, Russland habe die Konferenzteilnehmer zu einem weiteren Afghanistan-Treffen eingeladen. Die Delegation bestand aus vier Vertretern des Hohen Friedensrats. Dieses Gremium soll den Versuch unternehmen, zu einer Aussöhnung mit den Aufständischen zu kommen, wie dessen Sprecher Sajed Ihsan Taheri sagte. Das afghanische Außenministerium erklärte hingegen, die Delegation sei nicht als offizielle Repräsentantin der afghanischen Regierung anzusehen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte zum Auftakt der Konferenz an die Teilnehmer appelliert, "sich nicht von den persönlichen oder kollektiven Interessen leiten zu lassen, sondern von jenen des afghanischen Volkes".

Seine Regierung hoffe, durch gemeinsame Anstrengungen ein "neues Kapitel in der Geschichte Afghanistans" aufschlagen zu können, sagte Lawrow. Die Teilnahme von Vertretern aus Kabul und der Taliban sei ein wichtiger Beitrag, um günstige Bedingungen für direkte Gespräche zwischen beiden Seiten zu schaffen.

Washington hatte angekündigt, ein Vertreter der US-Botschaft in Moskau werde als Beobachter an der Konferenz teilnehmen. Die USA betrachten die russische Afghanistan-Initiative mit Argwohn. Der neue US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad versucht, die Taliban davon zu überzeugen, in direkte Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung einzutreten. Washington befürchtet, die russischen Aktivitäten könnten die eigenen Bemühungen stören.

Die Taliban sind mehr als ein Jahr nach dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strategiewechsel in Afghanistan weiter auf dem Vormarsch. Die afghanische Zentralregierung in Kabul kontrolliere noch Gebiete, in denen rund 65 Prozent der afghanischen Bevölkerung lebten, hieß es in einem Bericht des US-Generalinspekteurs für Afghanistan (SIGAR) zu Monatsbeginn. Die Zahl der getöteten afghanischen Sicherheitskräfte erreichte demnach einen Rekordstand.

Vor einem Jahr hatte der damalige Kommandant des NATO-Einsatzes in Afghanistan, John Nicholson, als Ziel ausgegeben, dass die Regierung bis 2019 mindestens vier Fünftel des Staatsgebiets kontrollieren solle.

Trump hatte im vergangenen Jahr eine überarbeitete Afghanistan-Strategie vorgelegt. Er schickte mehrere tausend zusätzliche US-Soldaten in das Land. Als ihre Hauptaufgabe nannte er, afghanische Sicherheitskräfte auszubilden und zu beraten. Washington versuchte mehrfach, direkte Verhandlungen mit den Taliban einzuleiten. Zwei Treffen gab es in den vergangenen Monaten in Katar, das letzte am 12. Oktober.

(APA/dpa)

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