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Keine Live-Interviews mit Zeman im Rundfunk mehr

Das umstrittene Live-Interview des tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman mit dem öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunk (CRo), in dem der Staatschef vulgäre Ausdrücke verwendet hat, hat ein Nachspiel. Der Sender hat beschlossen, keine direkt übertragenen, sondern nur mehr aufgezeichnete Gespräche mit Zeman auszustrahlen, berichteten tschechische Medien am Dienstag.

CRo-Direktor Peter Duhan bestätigte, er habe Zeman einen Brief geschickt, in dem er dem Staatschef mitgeteilt habe, dass die nächste Ausgabe der traditionellen Sendung "Gespräche aus Lany" (im Schloss Lany - westlich von Prag - befindet sich der Wochenendsitz des Staatspräsidenten, Anm.) aufgezeichnet werde. Zeman habe jedoch daraufhin sein "absolutes Missfallen" zum Ausdruck gebracht, sagte sein Sprecher Jiri Ovcacek. "Der Herr Präsident wird auf keinen Fall akzeptieren, dass Gespräche aus Lany aufgezeichnet werden", so Ovcacek.

Laut Duhan sei diese Reaktion Zemans zu erwarten gewesen. So werde die Sendung "Gespräche aus Lany" offenbar untergehen. Ovcacek versicherte darauf, dass es Radio-Live-Interviews mit Zeman trotz der Position von CRo dennoch geben werde. Eine Frage, ob ein anderer Rundfunk-Sender die Gespräche mit Zeman übernehmen könnte, wollte der Sprecher nicht kommentieren.

Laut Medienspekulationen könnte Zeman künftig seine Live-Interviews mit dem privaten Radiosender "Impuls" führen, der dem Milliardär und Finanzminister Andrej Babis gehört. "Impuls" hat dabei die höchste Hörer-Quote. Zeman hat mit Babis freundschaftliche Beziehungen.

(Quelle: S24)

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