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Kika/Leiner: Entscheidung verschoben

Bei den Möbelhandelsketten Kika und Leiner wird heute doch noch keine Lösung präsentiert, wie es nach der Kündigung des Kreditversicherers Euler Hermes weitergeht. "Wir verhandeln derzeit intensiv, um entsprechende Verträge abschließen zu können. Unser Wunsch, schon diese Woche eine Lösung zu finden, hat sich leider aufgrund der Komplexität nicht erfüllt", so Österreich-Chef Gunnar George.

Ergebnisse würden im Laufe der nächsten Woche erwartet. "Bis dahin sind wir in engem Kontakt mit unseren Lieferanten, damit wir auch von Ihnen die nötige Zeit für unsere Verhandlungen erhalten", sagte George laut einer der APA übermittelten Stellungnahme. George betonte, dass "Freitag, nicht - wie von manchen kommuniziert wird - der Schicksalstag unseres Unternehmens ist".

XXXLutz als möglicher Retter

Als möglicher Retter hat sich ausgerechnet Erzrivale XXXLutz in Stellung gebracht, der prinzipiell an einer Übernahme interessiert ist. Ein konkretes Angebot wurde aber noch nicht gelegt. Ins Spiel brachte Lutz der Chef der Wettbewerbsbehörde (BWB), Theodor Thanner. Thanner selbst sagte, eine Übernahme sei unter Auflagen denkbar.

Möbelbranche nervös

In der Möbelbranche gehen seither die Wogen hoch. "Für die Möbelindustrie wäre das eine absolute Katastrophe", sagte Kollmann. Die Möbelhäuser von Lutz (XXXLutz, Mömax und Möbelix) sowie Kika und Leiner hätten zusammen rund 80 Prozent der Verkaufsflächen in Österreich inne. Die heimische Möbelindustrie exportiere kaum, vertreibe wenig direkt und sei auf den Möbelhandel angewiesen. Ikea fällt als Abnehmer nicht ins Gewicht, da die Schweden nur ihre eigenen Produkte verkaufen. Würden sich die zwei größten Händler zusammenschließen, würde der Druck auf die Industrie stark steigen.

Deutliche Worte Richtung BWB-Chef Thanner fand Christian Wimmer, Chef der Einkaufsverbände Garant und Wohnunion: "Wir sehen darin fast so etwas wie Amtsmissbrauch", sagte er laut "Standard". Das sei einer Wettbewerbsbehörde nicht würdig und wohl in keinem anderen Land als Österreich möglich. Sollte sich XXXLutz für eine Übernahme von Kika/Leiner in Stellung bringen, werde er einen Antrag auf Prüfung der Wettbewerbssituation einbringen.

Die österreichische Möbelindustrie umfasst rund 70 Firmen mit in Summe 6.000 Beschäftigten, darunter Ada, Joka, Ewe, Dan Küchen und Team7.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 19.06.2019 um 03:31 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/kika-leiner-entscheidung-verschoben-58437709

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