Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Koalition rechnet mit langfristigem Kampf gegen IS

Die von den USA geführte internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rechnet mit einem langfristigen Kampf gegen die Jihadisten im Irak und in Syrien. Gleichzeitig sprach Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am Dienstag nach einer Konferenz der Koalition von "völliger Entschlossenheit". Irans Präsident Hassan Rohani kritisierte Fehler in der Anti-IS-Politik.

Der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi forderte erneut mehr militärische Unterstützung für die Bodentruppen seines Landes. Für die USA begrüßte Vize-Außenminister Antony Blinken irakische Pläne zur Rückeroberung der von den IS-Milizen kontrollierten Gebiete. Dazu solle die irakische Armee die notwendigen Waffen von den Koalitionspartnern bekommen.

Nach Einschätzung von Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist im Kampf gegen die Terrormiliz bisher erst ein "Teilstück" erreicht worden. "Niemand hat geglaubt, dass ein einfacher Sieg über IS möglich ist. Es kommt darauf, dass wir einen langen Atem behalten."

Steinmeier kündigte bei dem Treffen an, dass Deutschland 20 Mio. Euro für den Wiederaufbau in Gebieten zur Verfügung stellen wird, aus denen der IS vertrieben wurde. Zugleich forderte er andere Staaten auf, diesem Beispiel zu folgen.

Irans Präsident Hassan Rohani warf arabischen und westlichen Regierungen eine "Fehlkalkulation" bei der Unterstützung moderater syrischer Rebellen vor. Dadurch sei das Erstarken des IS begünstigt worden, sagte Rohani am Dienstag in Teheran. "Nach vier Jahren des Widerstands ist der Plan der Feinde Syriens nicht aufgegangen."

Einige Länder hätten geglaubt, "Terrorgruppen wären ein Mittel zum Erreichen der eigenen Ziele", wurde Rohani auf der Internetseite der Regierung zitiert. "Früher oder später wurden sie aber immer von der Geißel des Terrorismus selbst eingeholt." Rohani sicherte der syrischen Regierung die weitere Unterstützung seines Landes zu.

Der Iran ist der wichtigste regionale Verbündete der Regierung von Syriens Präsident Bashar al-Assad und liefert finanzielle und militärische Hilfe. Der seit mehr als vier Jahren andauernde Konflikt in Syrien wird zunehmend von Jihadisten des Islamischen Staats (IS) und der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front dominiert.

Die USA warfen der syrischen Armee vor, die radikale IS-Miliz beim Sturm auf die Rebellenhochburg Aleppo zu unterstützen. Es lägen Berichte vor, wonach die syrische Luftwaffe bewusst Stellungen der Islamisten vor der Stadt verschone. Stattdessen würde Angriffe so geflogen, dass sie die Miliz stärkten, hieß es am späten Montagabend auf der Twitter-Seite der US-Botschaft in Syrien.

Eine von den USA angeführte Militärkoalition fliegt seit dem vergangenen Jahr Luftangriffe gegen den IS in Syrien und dem benachbarten Irak. Moderate Rebellen werden zudem sowohl im Kampf gegen den IS als auch gegen Regierungstruppen unterstützt. In Paris kamen am Dienstag Vertreter der internationalen Anti-IS-Koalition zusammen, um über die weitere Strategie zu beraten.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 06:20 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/koalition-rechnet-mit-langfristigem-kampf-gegen-is-47356321

Kommentare

Mehr zum Thema