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Komiker Morales in Stichwahl um Präsidentenamt in Guatemala

Der Schauspieler und Komiker Jimmy Morales hat die erste Runde der Präsidentenwahl in Guatemala gewonnen. Der Kandidat der nationalistischen Partei FCN kam nach der Auszählung fast aller Wahllokale Montag auf 24,51 Prozent der Stimmen. Der politische Außenseiter profitierte vor allem vom Verdruss vieler Wähler über die traditionellen Parteien.

Der zweite Platz für die Stichwahl bleibt hart umkämpft. Nach der Auszählung von knapp 98 Prozent der Wahllokale lag die ehemalige First Lady Sandra Torres am Montag leicht vorne. Allerdings trennten sie nur etwa 2.300 Stimmen vom Drittplatzierten Manuel Baldizon. Die Stichwahl um das Präsidentenamt ist für den 25. Oktober angesetzt.

Der Unternehmer Baldizon wurde lange als Favorit gehandelt. Hinweise auf Korruption in seinem Umfeld hatten seine Zustimmungswerte zuletzt allerdings einbrechen lassen. Wahlsieger Morales gilt als Außenseiter im politischen Guatemala und profitierte vor allem vom Verdruss vieler Wähler über die etablierten Parteien.

Die Wahlen waren von einem schweren Korruptionsskandal überschattet worden. Der frühere Präsident Otto Perez sitzt wegen Betrugsvorwürfen mittlerweile in Untersuchungshaft.

"Die Leute in Guatemala haben es satt", sagte Wahlsieger Morales. "Die Bevölkerung ist des immer gleichen überdrüssig." Er wolle ein Präsident sein, der die Menschen in sein politisches Projekt einschließt, sagte er in der Nacht auf Sonntag. Für was er politisch steht, ist allerdings unklar.

Überschattet wurden die Wahlen in dem bevölkerungsreichsten und wirtschaftsstärksten Land Mittelamerikas von dem jüngsten Korruptionsskandal. Der in der vergangenen Woche zurückgetretene Präsident Otto Perez soll an der Spitze eines kriminellen Netzwerks gestanden haben, das im Zollwesen Millionenbeträge unterschlagen haben soll. Der Ex-Präsident sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Die hartnäckigen Ermittlungen der Internationalen Kommission gegen Straffreiheit (Cicig) und monatelange Demonstrationen hatten den früheren Staatschef zu Fall gebracht.

Die Guatemalteken hätten gezeigt, dass Veränderung möglich sei, sagte der Leiter der Wahlbeobachtungsmission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Juan Pablo Corlazzoli, im guatemaltekischen Fernsehen. Sie könnten damit ein Beispiel für ganz Lateinamerika sein.

Aus einigen Landesteilen berichteten Wahlbeobachter am Sonntag von Unregelmäßigkeiten wie Stimmenkauf, Blockaden und Auseinandersetzungen zwischen Sympathisanten verschiedener Parteien. Mehrere Verdächtige seien wegen Verstößen gegen das Wahlgesetz festgenommen worden, sagte Innenministerin Eunice Mendizabal. Insgesamt blieb es allerdings friedlich.

Außer dem Präsidenten wählten die Guatemalteken 158 Kongressabgeordnete, 338 Bürgermeister und 20 Abgeordnete des Mittelamerikanischen Parlaments, das länderübergreifend für die ganze Region zuständig ist.

(Quelle: S24)

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