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Konflikt zwischen Israel und Iran eskaliert

Die israelische Armee brachte sich auf den Golanhöhen in Stellung. APA/AFP/JALAA MAREY
Die israelische Armee brachte sich auf den Golanhöhen in Stellung.

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran ist in der Nacht auf Donnerstag gefährlich eskaliert. Iranische Streitkräfte griffen erstmals von Syrien aus israelische Militärposten an, wie der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus mitteilte. Israels Luftwaffe habe daraufhin Dutzende iranische Militärziele in Syrien angegriffen.

Die israelische Armee hat bei ihren Angriffen in Syrien nach Angaben von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman "nahezu die gesamte iranische Infrastruktur" beschossen. Er hoffe, dass die "Episode" nun vorbei sei und "jeder verstanden hat".

Die Al-Quds-Brigaden, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, hätten Raketen des Typs Grad und Fajr-5 eingesetzt, sagte der israelische Armeesprecher. "Wir sehen diese iranische Attacke auf Israel als sehr schwerwiegend an." Keine der auf die Golanhöhen abgefeuerten Raketen habe ihr Ziel getroffen. Es habe auch keine israelischen Opfer gegeben. Die Golanhöhen liegen zwischen Israel und Syrien. Der größte Teil des Plateaus wird von Israel besetzt.

Israel bombadiert Stützpunkte in Syrien

Die israelischen Luftangriffe in Syrien gehörten zu den "größten, die Israels Armee gegen iranische Ziele unternommen hat". Man habe dem iranischen Militär schweren Schaden zugefügt. Es seien Einrichtungen des Geheimdienstes, der Logistik, Militärposten, Lagerräume und Spähposten getroffen worden. Man habe auch das Gefährt zerstört, von dem aus die Raketen auf die Golanhöhen abgefeuert wurden. Es habe sich in 30 bis 40 Kilometern Entfernung von Damaskus befunden.

Syrische Luftabwehr beschießt Flugzeuge

Die syrische Luftabwehr habe israelische Flugzeuge beschossen, aber nicht getroffen. "Wir haben die Syrer gewarnt, sich nicht einzumischen, aber sie haben es trotzdem getan." Israel sei "auf verschiedene Szenarien vorbereitet", sagte Conricus. "Wir sind nicht an einer Eskalation interessiert, aber weitere Versuche, Israel zu attackieren, werden eine schwerwiegende Reaktion zur Folge haben." Man habe Russland vor dem Angriff in Syrien informiert.

Die Angriffe erfolgten einen Tag nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hatte am Mittwoch auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin besucht. Dieser hatte angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen Israel und dem Iran zu einer Lösung des Konflikts aufgerufen.

Israel erwartete Angriff auf Golanhöhen

Mit Hinweis auf Warnungen vor einem iranischen Angriff von Syrien aus hatte Israels Armee schon am Dienstag Reservisten mobilisiert. Die Armee hatte zudem Ortschaften auf den Golanhöhen angewiesen, die Luftschutzbunker zu öffnen. Israel hatte die Golanhöhen 1967 erobert und später annektiert. Die Armee wies die Einwohner der Golanhöhen am Donnerstag an, ihrer normalen Routine nachzugehen. Schulen und Kindergärten blieben geöffnet.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, bei den israelischen Angriffen seien unter anderem Einheiten der Luftverteidigung, eine Radarstation und ein Munitionslager getroffen worden. Syriens Luftabwehr schoss demnach Dutzende israelische Raketen ab. Die meisten hätten ihr Ziel nicht erreicht, berichtete Sana.

Schwere Explosionen in Damaskus

Aus syrischen Armeekreisen verlautete, ein Luftwaffenregiment nahe Dumayr nordöstlich von Damaskus sowie die Brigade 38 bei Daraa seien getroffen worden. Die syrische Luftabwehr habe überdies erfolgreich Raketen abgefangen, die auf den Flughafen von Damaskus abgezielt hätten. Ein AFP-Journalist in Damaskus berichtete in der Nacht von schweren Explosionen in Damaskus sowie massiven Flugbewegungen über der Hauptstadt.

15 Menschen bei Angriff gestorben

Der in London ansässigen, oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge trafen die israelischen Raketen zudem Stützpunkte der libanesischen Hisbollah-Miliz südwestlich von Homs sowie in Maadamijat al-Sham westlich von Damaskus. Dort seien iranische, syrische und Hisbollah-Kämpfer stationiert.

Auch in der Nacht zuvor wurde ein mutmaßlicher israelischer Raketenangriff auf Ziele in Syrien gemeldet. Dabei kamen nach Angaben der Beobachtungsstelle mindestens 15 Menschen ums Leben. Der Angriff habe einem Waffenlager der iranischen Revolutionsgarden gegolten.

Teheran droht mit Vergeltung

Teheran ist neben Russland und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah wichtigster Verbündeter des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad. Der Iran hat nach israelischen Angaben in den vergangenen Monaten seine militärische Präsenz im Land weiter ausgebaut. Israel fühlt sich dadurch massiv bedroht. Israel wird für Luftangriffe in Syrien verantwortlich gemacht, bei der auch Iraner getötet wurden. Teheran drohte mit Vergeltung.

(APA/AFP)

(Quelle: S24)

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