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Kreml rügte Merkels Wortwahl: Keine "Annexion" der Krim

Merkel hatte bei Putin klare Worte benutzt Salzburg24
Merkel hatte bei Putin klare Worte benutzt

Der Kreml hat in ungewöhnlich scharfem Ton die Wortwahl der deutschen Kanzlerin Angela Merkel über die russische "Annexion" der Halbinsel Krim kritisiert. "Frau Merkel ist in ihren Äußerungen ein Fehler im Bereich der Terminologie unterlaufen, sie verwendete das Wort Annexion und nicht Wiedervereinigung", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Berlin wies das umgehend zurück.

Es handle sich um eine "fehlerhafte Definition", sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Merkel hatte den Anschluss der Krim an Russland in Gegenwart von Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau am 10. Mai als "verbrecherisch" verurteilt.

Die russische Führung besteht darauf, dass es sich um eine freiwillige Wiedervereinigung gehandelt habe. Nach dem Besuch Merkels hatte der Kreml auf seiner Internetseite zwar das Wort Annexion in der Übersetzung veröffentlicht, allerdings ohne den Zusatz "verbrecherisch".

Scharf wies Putins Sprecher auch Vorwürfe der Kanzlerin zurück, der Anschluss der Krim sei eine Bedrohung für die Weltordnung gewesen. Eine "Gefahr für die Ordnung in der Welt und in Europa" sei vielmehr der vom demokratischen Westen vorangetriebene "gewaltsame Machtwechsel" in der Ukraine gewesen. "Das ist und war der Wendepunkt für die europäische und weltweite Ordnung", sagte Peskow.

Die deutsche Regierung hat im Gegenzug die scharfe Kreml-Kritik an der Wortwahl Merkels zurückgewiesen. "Ganz klar ist, dass es für uns überhaupt keinen Grund gibt, die Sache anders zu betrachten, als wir sie seit Frühjahr 2014 betrachten: Es ist eine Annexion, es ist eine völkerrechtswidrige Annexion." Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

(Quelle: S24)

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