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Kritik an geplanter Reform der Organisation des FWF

Auf Kritik stößt die geplante Reform der Organisation des Wissenschaftsfonds FWF. Vor allem aus dem FWF selbst kommen Änderungswünsche für die vom Wissenschaftsministerium zur Begutachtung ausgesendeten Novelle zum Forschungs- und Technologieförderungsgesetz (FTFG). Auch wenn die Novelle grundsätzlich begrüßt wird, werden vor allem die vorgesehenen Neuregelungen bei der Fondsführung kritisiert.

Als eines der Ziele der Novelle wurden vom Ministerium die Schaffung "moderner Organisationsstrukturen" genannt. Die Änderungen treffen dabei vor allem die FWF-Spitze: Statt des bisherigen Modells eines Präsidiums mit einer untergeordneten Geschäftsführung soll es in Zukunft ein Präsidium mit einem kaufmännischen Vizepräsidenten geben. Präsident und kaufmännischer Vizepräsident sollen künftig hauptberuflich Vollzeit tätig sein, zwei weitere Vizepräsidenten als Teilzeitbeschäftigte. Bisher war das Präsidium ehrenamtlich tätig und es gab drei Vizepräsidenten.

Hier setzt die Kritik des amtierenden FWF-Präsidiums an: In seiner Stellungnahme zum Begutachtungsentwurf sieht es durch den Verzicht auf einen wissenschaftlichen Vizepräsidenten zu Lasten eines kaufmännischen "die fachlich-wissenschaftliche Qualität der Entscheidungen des FWF-Präsidiums gefährdet". Vorgeschlagen wird entweder eine Führung mit Präsident, drei wissenschaftlichen und einem kaufmännischen Vizepräsidenten oder die Einrichtung der Position eines "Chief Financial Officers" statt des kaufmännischen Vizepräsidenten.

Ähnlich sieht dies das FWF-Kuratorium, das für die Beibehaltung von drei wissenschaftlichen Vizepräsidenten ist. Das Kuratorium wehrt sich auch gegen die Übertragung von bisher ihm zukommenden Aufgaben auf die aus Vertretern der Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammengesetzten Delegiertenversammlung, etwa die Mitwirkung bei strategischen Entscheidungen.

Der FWF-Aufsichtsrat sieht die geplante Übertragung der Leitung der Geschäftsstelle an den Präsidenten "kontraproduktiv". Damit würde "die Attraktivität der Position für Spitzenforscher" abnehmen und der FWF "letztlich seine Forschungsnähe verlieren".

Der Rechnungshof (RH) begrüßt, dass viele seiner kürzlich in einem Prüfbericht über die internen Kontrollsysteme des FWF ausgesprochenen Empfehlungen umgesetzt wurden, etwa die Aufwertung der wirtschaftlichen Belange des Fonds durch den kaufmännischen Vizepräsidenten. Befürchtet wird aber, dass durch eine Reihe von Sonderregeln "eine Sonderstellung innerhalb des Präsidiums" geschaffen werde, die zu Schwierigkeiten und Spannungen führen könnten.

Insgesamt erwartet das amtierende FWF-Präsidium, dass die Umstrukturierungen "einen erheblichen finanziellen und administrativen Mehraufwand verursachen, der unmittelbar auch das Budget der Geschäftsstelle des FWF belasten wird".

Positiv sehen die Universitätenkonferenz (uniko) und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) die geplante Reform. Der FWF erhalte durch die Novelle "eine zeitgemäße Organisationsstruktur", die Schaffung einer transparenten Aufgabenverteilung zwischen den Organen und die Professionalisierung des kaufmännischen Bereichs seien sinnvolle Maßnahmen, heißt es in der Stellungnahme der uniko.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 11.04.2021 um 02:47 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/kritik-an-geplanter-reform-der-organisation-des-fwf-47378362

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