Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Kubas Staatschef Castro dankt den USA

Kubanischer Präsident Raul Castro Salzburg24
Kubanischer Präsident Raul Castro

Der historische Neustart zwischen Kuba und den USA hat nach Worten von Staatschef Raul Castro die Bevölkerung des Karibikstaats besonders gefreut. "Das kubanische Volk bedankt sich für diese gerechte Entscheidung von US-Präsident Barack Obama", sagte Castro am Samstag vor dem kubanischen Parlament. Zugeständnisse werde es aber keine geben.

Zugleich betonte Castro, dass mit dem US-Wirtschafts- und Handelsembargo das Hauptproblem zwischen beiden Ländern bestehen bleibe. Das sozialistische Kuba sei bereit, konstruktiv und auf Augenhöhe mit den USA zu verhandeln, sagte der 83-jährige Castro.

Ziel sei die völlige Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Sein Land gebe aber seine Prinzipien nicht auf. Bei den anstehenden Gesprächen mit dem alten ideologischen Feind werde seine Regierung mit Besonnenheit auftreten, aber auch "standhaft" sein, versprach er.

Der jüngere Bruder von Revolutionsführer Fidel Castro (88) hat eine Reform des kubanischen Einparteiensystems stets abgelehnt. Vor seiner Ansprache wurde Castro in der Kammer mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Verhandlungen im Jänner in Havanna beginnen.

Die Regierungen Kubas und der USA hatten am Mittwoch verkündet, dass sie ihre diplomatischen Beziehungen nach mehr als 50 Jahren Unterbrechung wieder aufnehmen werden. Der Neustart zwischen den beiden ideologischen Gegnern wurde weltweit als Meilenstein gefeiert. Das seit 1962 geltende US-Embargo bleibt aber vorerst bestehen.

Rund 550 Abgeordnete der kubanischen Nationalversammlung waren am Samstag zur letzten Jahressitzung zusammengekommen. In seiner Ansprache kündigte Castro auch an, dass die Kommunistische Partei Kubas (PCC) ihren nächsten Kongress im April 2016 abhalten wird. Bei der vergangenen Konferenz im Jahr 2011 war das Programm der marktwirtschaftlichen Reformen formell beschlossen worden.

Weiters bezeichnete Obama trotz mangelnder Fortschritte die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba als "nationale Priorität". Das Lager untergrabe "die nationale Sicherheit, indem es unsere Ressourcen aufzehrt, die Beziehungen zu unseren Verbündeten verschlechtert und gewaltbereite Extremisten ermutigt", erklärte Obama.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.04.2021 um 04:24 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/kubas-staatschef-castro-dankt-den-usa-46217458

Kommentare

Mehr zum Thema