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Kulturherbst: Wenige Solisten und viel Musik im Kabarett

Nur wenige Einzelkämpfer trauen sich im kommenden Herbst auf die heimischen Kabarettbühnen. Einige ehemalige Solisten haben sich allerdings verbündet. Hingegen scheint das Musikkabarett Hochsaison zu haben, vor allem in der Sparte Frauenkabarett. Im Folgenden ein Überblick über die kommenden Kleinkunstpremieren in Österreich.

Bereits zum 18. Mal und mit neu aufgestellter Mannschaft startet am 8. September die "Lange Nacht des Kabaretts" im Grazer Theatercafe ihren Wuchtelmarathon - gleichsam der Auftakt zum Kabarettherbst. Auch die Comedy Hirten, die besetzungstechnisch bereits eine gewisse Fluktuation erfahren haben, geben am 10. September im Wiener CasaNova ein Lebenszeichen von sich und reisen mit ihren Imitationskünsten "In 80 Minuten um die Welt".

Ab 13. September wird in Neukirchen am Großvenediger ein himmlisch-blutrünstiges Vergnügen getestet: Thomas Stipsits und Manuel Rubey, die nach ihrem umjubelten Programm "Triest" abermals gemeinsame Sache machen, probieren im Cinetheatro ihre neue Produktion "Gott & Söhne" aus, am 30. September wird das Stück im Wiener Stadtsaal offiziell aus der Taufe gehoben. "Es wird viele Tote geben", ließ Rubey kürzlich in einem "TV Media"-Interview durchblicken. Regie führt Alfred Dorfer, der am 18. Oktober mit dem "Leipziger Löwenzahn" bei der dortigen Lachmesse ausgezeichnet wird.

Das Cinetheatro dient gleich nochmals als Testgelände: Thomas Maurer, der in Bezug auf die Titelfindung seiner Programme - das letzte hieß schlicht "Neues Programm" - zur Kreativität zurückgefunden hat, lotet ab 24. September in einer Vorpremieren-Serie mit "Der Tolerator" die Toleranzgrenze des Publikums aus, bevor am 10. November im Stadtsaal Wien die offizielle Premiere gefeiert wird.

Die äußerst intolerante, kleinkarierte Kunstfigur "Helfried" im kackbraunen Anzug hat hingegen ausgedient: Ihr Schöpfer, Christian Hölbling, stellt "nach 15 Jahren Tingeltangel (inklusive sieben Kleinkunstpreisen) zwischen Jadebusen und Berner Oberland" - wie der Homepage zu entnehmen ist - klar: "Ich kann auch anderst!" (sic) Der Wahlkärntner und Leiter des Humorfestivals Velden (1.-4. Oktober) lädt zur Wien-Premiere am 17. September ins Kabarett Niedermair. Apropos Festival: Der Wettbewerb "Goldener Kleinkunstnagel" feiert heuer sein 20-Jahr-Jubiläum. Am 7. November gibt es dazu ein Best Of, am 10. November startet die diesjährige Ausgabe im Wiener Theater am Alsergrund.

Tauringeschwängertes geben im Herbst zwei der drei "Staatskünstler" zum Besten: Florian Scheuba und Robert Palfrader wollen es mit einem roten Bullen aufnehmen und dabei "den Stier bei den Flügeln packen", wie es in der Programmbeschreibung heißt. "Flügel" nennt sich die Produktion der beiden Matadore, zu sehen ab 7. Oktober im Rabenhof Theater.

Einen musikalischen Schwerpunkt setzt die Sektion Frauenkabarett: Die ehemalige Mitstreiterin der Formation "Die Echten", Patricia Simpson, verschafft sich ab 22. September in der Kulisse Wien mit ihrer "Bombenstimme" Gehör, ab 29. November bereitet sie sich ebendort gemeinsam mit Andy Woerz in "Maria und Josef" auf die Geburtstagsfeier ihres Sohnes Jössas vor. Die Liebe und Kernöl verbreitenden Kernölamazonen (Caroline Athanasiadis und Gudrun Nikodem-Eichenhardt) versprechen in ihrem sechsten Programm "StadtLand" ab 6. Oktober im Orpheum Wien grenzübergreifendes Musikkabarett. Ex-"Rounder-Girl" Kim Cooper wagt sich erstmals alleine auf die Bühne und schildert als New Yorkerin in Österreich ab 13. Oktober in der Kulisse in "Sag es auf Germlish" ihre Erfahrungen zwischen Multikulti und Kulturschocks. Die aus der "Barbara Karlich-Show" bekannte Psychologin Isabella Woldrich kennt indes keinen Genierer: Nach zwei Programmen über artgerechte Männer- und Frauenhaltung legt sie am 26. Oktober im Orpheum Wien bereits ein "Best Of" vor.

Schon seit 19 Jahren verordnen Peter & Tekal Humor als Medizin. Der Journalist Norbert Peter und der Arzt Ronny Tekal (vormals Teutscher) geben sich ab 9. Oktober um Orpheum Wien "Echt krank!". Die früheren "Projekt X"-Kommilitonen Clemens Haipl und Herbert Knötzl tun sich nach knapp 16 Jahren wieder zusammen und verhunzen ab 22. Oktober im Kabarett Niedermair mit "Dackeln im Sturm" den Titel einer legendären TV-Serie und widmen sich - längst fällig in der Kleinkunst! - dem Kleintierhandel. Die ehemaligen Teilnehmer an der ORF-Show "Die große Chance", Flo und Wisch, die schlussendlich einem Border-Collie unterlegen waren, der übrigens im Jahr darauf überfahren wurde, entführen ab 8. Oktober im Orpheum Wien nach "Ameriga". Ebenfalls in der Donaustädter Kleinkunstbühne liefern ab 21. September Volksschullehrer Markus Hauptmann und HAK-Professor Andreas Ferner mit "Teamteaching" ihren Beitrag zur Bildungsreform ab.

Ein Solist bleibt übrig: Schauspieler und Kleinkunstnagel-Gewinner 2012, Marcel Mohab, kommt am 24. November im Kabarett Niedermair "Out Of Nowhere".

(Quelle: S24)

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