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Es weihnachtet schon bald

Kuriose Adventbräuche rund um den Globus

Von Cashew-Weihnachtsbäumen bis Wichtelmännchen

Wichtelmännchen, Wichtelmann, Advent, pixabay
Die Wichtelmännchen (Nisse) sind fixer Bestandteil dänischer Adventtraditionen.

Die für viele schönste Zeit des Jahres steht vor der Türe. An den 23 Tagen vor dem Heiligen Abend am 24. Dezember gibt es in Österreich neben Backen, Adventkränzen und den Krampus- und Nikolaus-Feiern zahlreiche Traditionen. Welche schönen und teils kuriosen Adventbräuche es noch auf der Welt gibt, wollen wir euch hier zeigen.

Von Franziska Huber

Die Zeit scheint wie Fluge zu vergehen und schon bald zieht die Weihnachtszeit in Salzburg ein. Bereits jetzt werden vielerorts erste Lichterketten aufgehängt und der Christkindlmarkt im Herzen der Landeshauptstadt öffnet am heutigen Donnerstag seine Pforten. Doch wie schaut’s eigentlich im Rest der Welt aus?

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Am 18. November soll der Salzburger Christkindlmarkt unter Einhaltung der 2-G-Regel eröffnet werden.

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Piñatas und Peregrinos in Mexiko

Als vor etwa 500 Jahren die ersten christlichen Missionare nach Mexiko kamen, versuchten sie, den Einwohnern ihren Glauben spielerisch zu vermitteln. Seitdem gehören in Mexiko die „Posadas“ (dt.: „Beherbergung) als Vorbereitung auf Weihnachten zur Adventzeit. Vom 16. bis 24. Dezember sollte bei den Posadas die beschwerliche Suche von Maria und Josef nach einer Herberge nachgestellt werden. Mit Kerzen in den Händen klopfen die verkleideten Pilger „los peregrinos“ an die Türen von Nachbarn und Freunden und bitten mit Gesängen um Einlass und ein Bett zum Schlafen.

So wie einst auch bei Maria und Josef werden sie jedoch zuerst abgewiesen und erst nach mehreren Versuchen wird den Suchenden die Türe geöffnet. Wenige Wochen zuvor wurden neun Familien ausgewählt, die in diesen neun Tagen vor Weihnachten jeweils für einen Tag und eine Nacht die Pilger aufnehmen sollten. Einmal eingetreten, werden die peregrinos zu geladenen Gästen. Zuerst serviert die gastgebende Familie „aguinaldo“, das ist eine Tasse Kaffee und ein Stück Brot. Nachbarn, Freunde und Familienangehörige zelebrieren das Zusammensein, das sich bis zu Straßenfesten entwickeln kann. In Mexiko wird die Vorweihnachtszeit also gerne laut und gesellig gefeiert. So werden am Heiligen Abend um Mitternacht von der versammelten Gemeinde Freudenfeuer und Feuerwerkkörper vor der Kirche entzündet. Nach der Mitternachtsmette beginnt das eigentliche Geburtstagsfest des Jesuskindes, welches im Knacken der „Piñatas“ seinen Höhepunkt erreicht: Ein aus Pappe gebasteltes Gefäß wird mit Süßigkeiten und Früchten gefüllt und mit einer Schnur an der Decke aufgehängt. Mit verbundenen Augen müssen zuerst die Kinder, dann die Jugendlichen und schließlich die Erwachsenen versuchen, die Piñatas zu finden und in maximal drei Versuchen mit einem Stock zu zerschlagen, um an den Inhalt zu gelangen. Bei Musik und Tanz werden nach und nach alle Piñatas geknackt und das süße Innere gemeinsam gegessen.

Wichtelmännchen und Kalenderkerzen in Dänemark

Ähnlich wie in Österreich gibt es auch in Dänemark Advent-Kerzen, welche mit jedem vorweihnachtlichen Tag etwas kürzer werden. Die sogenannten „Kalenderlys“, also „Kalenderkerzen“, sind in 24 Querstriche unterteilt, was den 24 Tagen im Dezember bis Weihnachten entspricht. Jeden Tag wird die Kalenderkerze angezündet, etwa beim Essen oder beim gemütlichen Beisammensein. Diese Tradition wurde erst um das Jahr 1900 ins Leben gerufen: In dänischen Schulen sollte damals den Kindern die Lehre der Zahlen beim Zählen der Tage bis Weihnachten mithilfe der Kalenderlys erleichtert werden.

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Der Halleiner Weihnachtsmarkt kann bis 22. Dezember besucht werden.

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Etwa gleich alt ist in Dänemark der Adventbrauch der „Julemærke“. Die Tradition dieser „Weihnachtsbriefmarke“ wurde ursprünglich vor über hundert Jahren mit karitativen Hintergedanken von einem Postbeamten erfunden. Die Julemærke variiert jedes Jahr, da sie immer von einem anderen Künstler entworfen wird. Sie kann immer ab November gekauft werden. Die Einnahmen kommen auch heute noch wohltätigen Zwecken zugute.

Eine ganz wichtige vorweihnachtliche Tradition sind in Dänemark die kleinen Wichtelmännchen, die „Nisse“. Überliefert aus alten nordischen Erzählungen und Volksmärchen können die kleinen, rotgekleideten Wichtel mit ihren spitzen Mützen entweder frech sein und Dinge verstecken, lustig sein und Späße machen oder fleißig sein und dem Weihnachtsmann beim Einpacken der Geschenke helfen. Wenn in dänischen Wohnungen plötzlich irgendwo an einer Wand eine kleine Türe und vielleicht ein paar kleine Pantoffelchen zu sehen sind, freuen sich vor allem die Kinder. Denn der Einzug der Wichtelmännchen bedeutet, dass Weihnachten nicht mehr weit ist. Vor allem in ländlichen Gebieten gibt es den Brauch, eine große Schüssel Milchreis – das Lieblingsessen der Wichtel – auf den Dachboden zu stellen, um die Wichtel für das folgende Jahr wohlwollend zu stimmen.

Weihnachtsreisen zu Familienmitgliedern in Ghana

Viel weiter südlich – und zwar im westlichen Teil des afrikanischen Kontinents – gibt es zwar zu Weihnachten weder Schnee noch Tannen, dafür aber Weihnachtsbäume in Form von geschmückten Mango-, Guaven- oder Cashew-Bäumen. Ebenso werden bereits Anfang Dezember die Häuser und Wohnviertel mit Schmuck und Lampen dekoriert. In Ghana und anderen westafrikanischen Ländern werden in der Adventzeit typischerweise Verwandte besucht. Da die Reisen oft zu Fuß zurückgelegt werden, nehmen An- und Abreise oft mehrere Tage in Anspruch. Je näher Weihnachten rückt, desto häufiger hört man Weihnachtsmusik aus allen Ecken. Die Adventzeit fällt in Ghana mit der Kakao-Ernte zusammen, dessen Ende im Zuge des Weihnachtsfestes mitgefeiert wird.

Die Weihnachtsmesse (Christmette) in der Nacht des 24. Dezembers kann mehrere Stunden bis in den Morgen hinein andauern und alle Besucher singen in der Sprache ihrer jeweiligen Ethnie, um sicherzustellen, dass sie von Gott verstanden werden. Neben Gesang und Tanz werden manchmal auch Theaterstücke und Krippenspiele in der Kirche aufgeführt. Der eigentliche Weihnachtstag wird in Ghana erst am 25. Dezember gefeiert. Nach einer weiteren langen Messe am Weihnachtsmorgen, welche in traditioneller, bunter ghanaischer Tracht besucht wird, wird im Freundes- und Familienkreis gemeinsam gegessen. Als Weihnachtsgeschenke werden meist Kleidungsstücke überreicht.

Auch am 31. Dezember besuchen viele Ghanaer die Kirche, um sich für die Geburt Jesus zu bedanken, den Verstorbenen zu gedenken und um ein gutes Jahr zu erbitten.

Vier Monate Weihnachten: Advent auf den Philippinen

Die weihnachtlichen Vorbereitungen beginnen im tropischen Inselstaat Philippinen, der zu etwa 90 Prozent christlich ist, bereits im September. Neben ausladenden Lichterdekorationen und meterhohen Nussknacker-Statuen sind aber auch langjährige Traditionen mit spirituellen Hintergründen für Filipinos in der Adventszeit wichtig: Ab dem offiziellen Beginn der Weihnachtszeit, dem 16. Dezember, finden täglich bis zum 24. Dezember morgens gegen 3 Uhr früh Messen statt. Wer in einem Jahr an allen neun frühmorgendlichen Messen teilnimmt, wird dem Glauben nach mit einem freien Wunsch belohnt. Außerdem finden jeden Abend Aufführungen aus der Bibel statt und Blaskapellen ziehen durch die Straßen.

Auch auf den Philippinen ist Weihnachten ein Fest, bei dem die ganze Familie versucht zusammenzukommen. Für das große Festmahl der „Noche buena“ am 24. Dezember wird sehr viel Zeit und Engagement investiert. An diesem Tag ist es darüber hinaus philippinischer Brauch, die Haustüren offen zu lassen. Ein Symbol dafür, dass Maria und Josef einen Platz haben, um das Jesuskind zur Welt zu bringen.

(Quelle: SALZBURG24)

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