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Ukraine-Krieg, Woche 18

Ukraine löst landesweiten Luftalarm aus

Angriffe in Lyssytschansk gemeldet

Landesweiter Luftalarm ist in der Nacht auf Samstag in der Ukraine ausgelöst worden. Das ging aus einer entsprechenden Übersicht zur Lage in dem Land hervor. Laut der ukrainischen Nachrichtenseite 24tv gab es Berichte über Explosionen in der Stadt Saporischschja im Südosten des Landes und in der Stadt Dnipro.

Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar.

Truppen hängen in Sjewjerodonezk fest

Trotz der Grundsatzentscheidung Kiews, das schwer umkämpfte Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aufzugeben, hingen in der früheren Großstadt immer noch regierungstreue Truppen, aber auch Zivilist:innen fest. Das geht aus dem Lagebericht des Generalstabs und aus Aussagen der Kreisverwaltung am Freitag hervor. Die russischen Truppen "haben Sturmaktivitäten in der Industriezone von Sjewjerodonezk durchgeführt", teilte der Generalstab mit.

Zivilist:innen verstecken sich in Chemiefabrik 

Laut dem Chef der Kreisverwaltung, Roman Wlassenko, wird der Abzug der ukrainischen Truppen noch einige Tage in Anspruch nehmen. Zudem sagte er im Interview mit dem US-Sender CNN, dass sich noch 568 Zivilist:innen in der Chemiefabrik "Azot" vor den Angriffen versteckten. Diese könnten die Anlage verlassen, sobald das Feuer eingestellt sei, allerdings dann nur noch in Richtung russisch besetzter Gebiete, sagte Wlassenko.

Ukraine meldet Angriffe auf Lyssytschansk

Heikel für die ukrainischen Truppen ist die Lage demnach auch in der benachbarten Stadt Lyssytschansk am Westufer des Flusses Siwerskyj Donez. Die Russen hätten mehrere Luftangriffe auf die Stadt geflogen, heißt es im Lagebericht. "Die ukrainischen Verteidiger haben erfolgreich einen Sturm am südlichen Stadtrand von Lyssytschansk abgewehrt", so der Generalstab weiter. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Russische Truppen hätten Lyssytschansk von Süden her blockiert, teilte das russische Verteidigungsministerium am Freitagabend in Moskau mit. Die Verteidigungsstellungen ukrainischer Truppen seien durchbrochen worden, hieß es. Laut russischem Verteidigungsministerium wurden in den vergangenen Tagen elf Siedlungen erobert, darunter Loskutivka südlich von Lyssytschansk und Ustyniwka nördlich von Mykolajiw.

Im Ballungsraum Sjewjerodonezk - Lyssytschansk lebten vor dem Krieg etwa 380.000 Menschen. Es ist der letzte Flecken im Gebiet Luhansk, auf dem sich noch ukrainische Truppen halten. Die Einnahme des Gebiets Luhansk war von Moskau als eins der Hauptziele des Kriegs genannt worden.

Krieg seit vier Monaten

Russland hatte seinen Angriff auf das Nachbarland Ukraine am 24. Februar gestartet. Kurz vor dem Überfall Ende Februar hatte Russlands Präsident Wladimir Putin das Separatistengebiet Luhansk unter großem internationalen Protest als unabhängige "Volksrepublik" anerkannt, ebenso wie das Nachbargebiet Donezk. Beide Regionen will Moskau offiziell von ukrainischen Nationalisten "befreien" - Beobachtern zufolge ein reiner Vorwand für den brutalen Angriffskrieg. In Donezk immerhin kontrollieren die Ukrainer noch rund 40 Prozent des Territoriums.

Ungeachtet der Niederlage in Sjewjerodonezk ist ein groß angelegter Abzug aus umkämpften Gebieten ukrainischen Angaben zufolge nicht vorgesehen. Die Verluste seien hoch, gestand Gouverneur Hajdaj am Freitag ein. Aber einen Krieg ohne Verluste gebe es nicht. "Wenn wir uns überall zurückziehen, werden wir bald in den Karpaten kämpfen."

(Quelle: APA)

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