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Leopold Museum zeigt 2015 Tracey Emin

Emin tritt in Dialog mit Schiele Salzburg24
Emin tritt in Dialog mit Schiele

Tracey Emin, umstrittene Protagonistin der "Young British Artists", stellt 2015 im Leopold Museum aus. "Die Initiative ist von ihr ausgegangen. Sie wurde natürlich mit offenen Armen empfangen", erklärt Direktor Franz Smola die Vorgeschichte des Highlights im Ausstellungsprogramm. "Sie ist ein Schiele-Fan, wird ein ganzes Stockwerk bespielen und darf sich dafür aus der Sammlung bedienen."

"Where I Want to Go" heißt die von 24. April bis 14. September laufende und von Karol Winiarczyk und Diethard Leopold kuratierte erste umfassende Schau des 1963 geborenen englischen Kunst-Superstars in Österreich, bei der Emin mit rund 80 Arbeiten und Installationen in Dialog mit von ihr ausgewählten Schiele-Zeichnungen tritt. "Unter Rudolf Leopold wäre das undenkbar gewesen", sagt der auf Tobias Natter gefolgte interimistische museologische Direktor, an dessen Status sich im laufenden Jahr nichts geändert hat, im Gespräch mit der APA. Mit einer Retrospektive des österreichischen Malers Peter Sengl (geb. 1945), der für die Ausstellung auch eine von Bildern aus der Sammlung Leopold inspirierte neue Serie schaffen wird, ist im Herbst 2015 noch eine zweite zeitgenössische Position im Ausstellungsprogramm vertreten.

Das Museum, das sich als "Egon-Schiele-Kompetenzzentrum" versteht, widmet sich ab 27. Februar seiner Kernkompetenz und erhellt in einer von Diethard Leopold, Stephan Pumberger und Birgit Summerauer kuratierten Schau die Biografie jener Frau an der Seite Schieles, die durch das "Bildnis Wally" weltweite Berühmtheit erlangt hat: Walburga Neuzil (1894-1917), die rund fünf Jahre lang Schieles Modell, Muse und Freundin war und als Verkäuferin und Vorführdame in einem Kleidergeschäft arbeitete. "Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Schiele-Forschung, denn zu diesem Aspekt seiner Biografie war bisher kaum etwas bekannt", so Smola.

Ab 9. Oktober schwelgt das Leopold Museum im "Farbenrausch" und zeigt Meisterwerke des deutschen Expressionismus aus der Sammlung des Osthaus Museums in Hagen, dessen Gründung auf den deutschen Industriellen Karl Ernst Osthaus (1874-1921) zurückgeht, der einer der ersten Schiele-Sammler war. Seine Sammlung wurde allerdings nach seinem Tod von den Erben an die Stadt Essen verkauft. Davor, dass sich das Wiener Publikum an den Proponenten der Künstlergruppen Brücke und Blauer Reiter bereits ein wenig sattgesehen haben könnte, hat Smola keine Angst: "Das ist ein Dauerbrenner, das kann man nicht oft genug sehen."

Das laufende Jahr entwickelt sich zufriedenstellend, vor allem die laufenden Ausstellungen zu Alberto Giacometti und Arik Brauer brächten bis zu 2.500 Besucher täglich ins Haus, sagt der kaufmännische Direktor Peter Weinhäupl: "Die generelle Trendlinie zeigt leicht nach oben, auch die Einnahmen liegen leicht über Plan." Voraussichtlich wird man das Jahr erneut mit rund 350.000 Besuchern abschließen.

Mit einer Erhöhung der Jahressubvention um 600.000 Euro auf 3,3 Mio. Euro hat man zwar nicht die geforderte zusätzliche Million bekommen, aber doch einen Budgetzuwachs zu verzeichnen. Eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer auf die Eintrittskarten sehen die Direktoren äußerst skeptisch. Diese müsste an die Besucher weitergegeben werden und würde den ohnedies nicht geringen Eintrittspreis (Vollpreisticket: 12 Euro) weiter erhöhen. Die Ausrichtung des Song Contest in Wien werde sich vor allem durch vermehrte Berichterstattung langfristig positiv auch auf die Museen auswirken, glaubt man - schließlich würden die erwarteten 2.000 internationalen Journalisten mit einem zum Gratis-Eintritt in den Museen berechtigenden Kulturpass ausgestattet.

Bei der Provenienzforschung hat man mittlerweile Dossiers über sämtliche Schiele-Werke des Hauses erarbeitet und nimmt sich als nächstes die Klimts und Kokoschkas vor. Ein Arbeitsplan für die Jahre 2015-2019 sei mit dem Ministerium akkordiert, erklärt Weinhäupl. Zu Jahresbeginn 2017 wird das Museum voraussichtlich für einige Monate geschlossen werden - die Endarbeiten des "MQ Libelle" und "MQ Terrasse" genannten Dachaufbaus, dessen Eröffnung sich um ein halbes Jahr auf Frühjahr 2017 verschieben dürfte, möchte man für eine Generalüberholung des Hauses, eine Neuaufstellung der Dauerausstellung und einen Relaunch der Corporate Identity nützen.

(Quelle: S24)

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