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Libysche Küstenwache fing Dutzende Migranten ab

Die libysche Küstenwache hat eigenen Angaben zufolge 57 Migranten nach einem Gefecht mit bewaffneten Schmugglern im Mittelmeer aufgegriffen. Vor der westlichen Küste habe sich am Sonntag ein Schiff der Marine einem Schlauchboot genähert, als es von Schmugglern von einem dritten Boot aus unter Beschuss geraten sei, sagte Sprecher Ajub Kasim der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Die Küstenwache habe das Feuer erwidert, woraufhin die Angreifer geflohen seien. Die Migranten erzählten dem Sprecher zufolge, dass eigentlich 80 Menschen an Bord des Bootes gewesen seien, die bewaffneten Männer aber alle Frauen und Kinder an Bord mitgenommen hätten. Die Migranten seien zum Hafen einer nahen Raffinerie gebracht worden, wo sie ärztlich versorgt worden seien.

Die privaten Seenotretter von Sea Watch berichteten davon, dass ein Suchflugzeug in der Region am Sonntag ein Schlauchboot in Seenot mit etwa 80 Menschen an Bord gesichtet habe. Als die Besatzung die italienische Kommandozentrale benachrichtigt habe, habe diese nur auf die libyschen Einsatzkräfte verwiesen. Das Hauptquartier der Küstenwache dort habe aber mehrere Anrufe zunächst nicht entgegengenommen. Insgesamt hätten die Migranten etwa neun Stunden lang auf Hilfe gewartet

Die Seenotretter machten die restriktive Migrationspolitik der italienischen Regierung dafür verantwortlich, dass Migranten auf dem Weg Richtung Europa zusätzlichen Gefahren ausgesetzt sind. Italien hatte seine Häfen in den vergangenen Monaten mehr und mehr gegen Rettungsschiffe abgeschottet.

Das Mittelmeer zu überqueren ist für Migranten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) deutlich gefährlicher geworden. Mehr als 1.580 Migranten kamen in diesem Jahr bereits auf der zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien ums Leben oder werden vermisst.

(APA/dpa)

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