Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Linzer Klangwolke mit besinnlichen Tönen

"Hochwald - Tanz der Bäume im Donaupark" Salzburg24
"Hochwald - Tanz der Bäume im Donaupark"

Die Visualisierte Linzer Klangwolke präsentierte sich in diesem Jahr besinnlich und nachdenklich. Regisseur Hubert Lepka gestaltete das Thema "Hochwald - Tanz der Bäume" am Samstagabend mehr als Schauspiel denn als Lichterspektakel auf der Donau. 80.000 Zuschauer sahen sich die Aufführung an.

Als Vorlage diente Lepka Adalbert Stifters Erzählung "Hochwald", er übernahm die Geschichte aber nicht eins zu eins. So bildete eine inszenierte TV-Diskussion mit einem Waldbesitzer, einem "Jägermeister" sowie einer Naturschützerin den Auftakt der 70-minütigen Darbietung auf der Naturbühne zwischen Lentos und Brucknerhaus. Die Diskutanten philosophierten auf einer fahrenden Bühne über den Böhmerwald im Spannungsfeld zwischen Lebensraum für Tiere und Wirtschaftsraum für die Menschen. Dabei tanzten geschlägerte Fichten, aufgehängt an Kränen, hoch über ihren Köpfen.

Danach tauchten die Zuschauer in die romantische Geschichte Stifters ein. Eines Vaters aus dem Böhmerwald, der während des 30-jährigen Kriegs seine beiden Töchter zum Schutz in den unberührten Wald bringt, und sie damit vor dem Tod bewahrt. Untermalt wurde die Erzählung von dunklen Klangbildern in Moll und an Kirchenchoräle erinnernde Gesänge. Nach einer Stunde hatte der Spannungsbogen seinen Höhepunkt erreicht und es kam zu der vom Publikum erwarteten finalen Show. Feuerwerkskörper gingen in die Luft, Wasserfontänen schossen in die Höhe, zwei Helikopter dröhnten bedrohlich über der Donau und die tanzenden Fichten standen Kopf. 500 Blasmusiker aus ganz Oberösterreich marschierten in zwei Blöcken gleichzeitig Donau aufwärts und abwärts und spielten den Hessenmarsch. Der Krieg hatte alles vernichtet, als Sinnbild der Zerstörung ging eine Fichte in Flammen auf. Dann wurde es still und dunkel, die Moderatorin der anfänglichen TV-Diskussion sackte in sich zusammen, wollte den Gruß von einst aus dem Böhmerwald nicht hören.

Bereits zum dritten Mal nach 2005 und 2010 hat Lepka die Klangwolke inszeniert. Die Musik stammt von dem Linzer Komponist Peter Valentin. Nach einer kurzen Umbaupause war an der Donaulände noch feiern angesagt. Mit der Band Folkshilfe ging die Klangwolke ins "Nachspiel".

Zum letzen Mal unterstützte die voestalpine heuer die Visualisierte Klangwolke. Doch ein neuer Sponsor sei bereits für das nächstes Jahr gefunden, sicherte Brucknerhaus-Chef Hans-Joachim Frey bereits den Fortbestand des Spektakels zu.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.04.2021 um 02:20 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/linzer-klangwolke-mit-besinnlichen-toenen-48316861

Kommentare

Mehr zum Thema