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Vielerorts Verschärfungen

Wie EU-Länder auf Omikron reagieren

Drastische Maßnahmen gegen Corona-Ausbreitung

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Europa atemberaubend schnell aus und droht mancherorts die Gesundheitsversorgung zu überlasten. Wie die Staaten nun darauf reagieren, haben wir hier aufgelistet.

Um die Infektionswelle zu bremsen, verhängten einzelne EU-Staaten verschärfte Corona-Maßnahmen. Hier die Lage im Einzelnen:

Niederlande

Die Regierung in Den Haag hat wenige Tage vor Weihnachten einen neuen strengen Lockdown verhängt. Seit Sonntag müssen fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure schließen. Ausgenommen sind nur Läden wie Supermärkte und Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind. Die extrem schnelle Verbreitung der Omikron-Variante erzwinge die harten Maßnahmen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte.

Jeder Haushalt darf nun in der Regel nur noch zwei Gäste empfangen. Nur über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind bis zu vier Besucher erlaubt. Der Lockdown soll zunächst bis zum 14. Jänner gelten. Eine Ausgangssperre soll es vorerst nicht geben.

Die Omikron-Variante breitet sich nach Angaben von Experten viel schneller aus als erwartet. In Amsterdam verdoppelt sich die Zahl der Infektionen alle zwei bis drei Tage. Bereits vor Weihnachten werde diese Variante in der Hauptstadt dominant sein, hieß es. Zurzeit sinkt die Zahl der Neuinfektionen zwar. Doch die Krankenhäuser stehen unter hohem Druck, so dass sie nach Befürchtung der Experten einen weiteren Zustrom von Patienten nicht auffangen könnten. Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlanden lag am Samstag bei 617.

Viele sind gegen den Impfzwang
Protesters display a flag reading "compulsory vaccination? No, thanks!" during a demonstration against the government's restrictions related to the Covid-19 coronavirus pandemic, in Duesseldorf, western Germany, on December 18, 2021. (Photo by Ina FASSBENDER / AFP)

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Dänemark

Auch Dänemark fährt große Teile des öffentlichen Lebens wieder herunter: Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Sportstätten müssen nun wieder geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur noch bis 23.00 Uhr öffnen. In dem Land mit knapp sechs Millionen Einwohnern steigen die Corona-Zahlen seit einigen Wochen wieder stark an. Am Freitag erreichte die Zahl der täglichen Neuinfektionen einen Rekordwert von rund 12.000. In mehr als einem Fünftel der Fälle handle es sich um die Omikron-Variante. Die strengeren Regeln gelten zunächst bis Mitte Jänner.

Großbritannien

Die Omikron-Mutante ist in England schon dominierend: Sie mache nun 60 Prozent aller Fälle aus, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid im Sky News-Interview. Allein am Sonntag waren im Vereinigten Königreich 12.133 neue Omikron-Fälle gemeldet worden - am Freitag waren es noch gut 3.200. Insgesamt sind in Großbritannien damit bereits mehr als 37.000 bestätigte Omikron-Fälle bekannt.

Gleichzeitig spitzt sich in Großbritannien, wo bisher noch weitreichende Freiheiten gelten, die Debatte um schärfere Corona-Maßnahmen zu. London hat schon den Katastrophenfall ausgerufen. Medienberichten zufolge laufen Diskussionen über eine Art Wellenbrecher-Lockdown nach den Weihnachtstagen.

Wissenschaftliche Berater fordern eine möglichst schnelle Verschärfung der Beschränkungen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Man sei "fast sicher, dass es aktuell Hunderttausende neue Omikron-Infektionen pro Tag" in England gebe - also eine hohe Dunkelziffer. Einige Modellierer warnten dem "Guardian" zufolge, ohne schärfere Maßnahmen drohten bis zum Jahreswechsel bis zu zwei Millionen Neuinfektionen täglich.

Frankreich

Die Regierung in Paris greift im Kampf gegen die fünfte Welle auf strengere Impfregeln zurück. Im Jänner kann eine Auffrischungsimpfung nach bereits vier statt fünf Monaten erfolgen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte an, dass eine dritte Injektion für Pflegekräfte und Feuerwehrleute Pflicht wird. Vor wenigen Tagen begannen die Schutzimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahre. Das zu Silvester geplante Feuerwerk und Konzert auf den Champs-Élysées fällt wegen der vielen Neuinfektionen aus.

Österreich

Wegen der Omikron-Variante verschärfte Österreich am Freitag seine Einreisebestimmungen. Die neue Verordnung tritt am Montag in Kraft. Nach Österreich dürfen künftig nur Reisende, die über einen gültigen 2-G-Nachweis verfügen. Wer geimpft oder genesen ist, muss zusätzlich einen aktuellen PCR-Test oder seinen Drittstich nachweisen können, um einer Quarantäne zu entgehen.

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Die Selbstisolation kann dann durch einen 72 Stunden lang gültigen PCR-Test oder den Nachweis einer Auffrischungsimpfung vermieden werden. Die Heimquarantäne ist erst beendet, wenn nach der Einreise ein PCR-Test gemacht und ein negatives Ergebnis bestätigt wurde. In diesem Fall ist zudem eine Registrierung durch eine Pre-Travel-Clearance verpflichtend.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 29.05.2022 um 02:20 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/lockdown-und-co-eu-laender-reagieren-auf-omikron-114285661

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