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Lombardei

Neuer Zuwachs bei Infektionszahlen

Italien hat europaweit meiste Corona-Tote

Keine echte Entspannung der Lage in Italien in Sicht

Insgesamt verzeichnet Italien 7.503 Covid-19-Tote.

In der von der Coronavirus-Epidemie schwer betroffenen norditalienischen Region Lombardei hat am Donnerstag die Zahl der neuen Infektionen wieder zugenommen, nachdem diese in den vergangenen vier Tagen geringer gestiegen waren. Der Präsident der Lombardei, Attilio Fontana, zeigte sich wegen dieser Entwicklung "besorgt".

2.500 neue Infizierte mehr wurden an einem Tag in der Lombardei gemeldet, sagte Fontana laut Medienangeben. "Die Zahlen sind leider nicht sehr positiv. Die Zahl der Neuinfizierten ist zu stark gegenüber den vergangenen Tagen gestiegen", erläuterte er. "Wir müssen prüfen, ob dies ein zwischenzeitliches Phänomen ist, oder ob es sich um einen Trend handelt", sagte Fontana. Die Lombardei habe drastische Maßnahmen gegen die Epidemie ergriffen, die Auswirkungen davon sollten jetzt spürbar werden.

Mehr als 7.500 Tote in Italien

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer und -Infizierten in Italien ist bereits am Mittwoch erneut angestiegen, da allerdings weniger stark als am Vortag. 683 zusätzliche Todesopfer wurden am Mittwochabend gemeldet. Insgesamt verzeichnete Italien damit 7.503 Covid-19-Tote. Eine Delegation aus 104 russischen Krankenpflegern und Ärzten traf in der lombardischen Stadt Bergamo ein. Die Sanitäter sollen in einem provisorischen Krankenhaus eingesetzt werden, das derzeit auf dem Messegelände der Stadt aufgebaut und kommende Woche eingeweiht wird. Bergamo ist die von der Epidemie in Italien am stärksten betroffene Stadt.

"Die Arbeiten für die Errichtung des Krankenhauses werden Tag und Nacht fortgesetzt. Unser Ziel ist, dass das Spital so schnell wie möglich funktionieren kann", sagte der lombardische Beauftragte für den Zivilschutz Pietro Foroni. Er dankte der russischen Regierung für die Hilfe. "Es handelt sich um eine konkrete Unterstützung im Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, den man nur geschlossen besiegen könne", sagte Foroni.

Über Hundertjähriger ist geheilt

"Unser Gesundheitssystem gibt exzellente Antworten. Wir haben die Zahl der Betten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser verdoppelt. Zehn Prozent der COVID-Infizierten müssen auf der Intensivstationen behandelt werden. Ich bitte um Hilfe aus dem Ausland. Viele Länder haben uns bereits geholfen, ich bitte, uns weiterhin zu unterstützen", sagte der lombardische Präsident Attilio Fontana. "Wir bemühen uns, auf die Bedürfnisse aller Bürger zu reagieren, wir müssen jedoch dafür sorgen, dass die Zahl der Infizierten zurückgeht. Unsere Ärzte und Krankenpfleger sind am Ende ihrer Kräfte. Sie arbeiten unter unglaublicher Bedingungen", sagte Fontana.

In Rimini wurde unterdessen ein über Hundertjähriger nach einer Coronavirus-Infektion geheilt aus dem Krankenhaus entlassen. Der 1919 geborene Mann sei am Mittwochabend aus dem Krankenhaus von Rimini entlassen worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin der Stadt, Gloria Lisi, am Donnerstag. "In der jetzigen Zeit ist es immer gut, ein bisschen Hoffnung zu geben", fügte sie hinzu.

Unzählige Anzeigen

Obwohl die italienische Regierung die Strafen bei einem Verstoß gegen die Ausgangssperre verschärft hat, wurden unterdessen allein am Mittwoch 5.800 Italiener angezeigt. 92.445 Shopinhaber wurden kontrolliert, 101 von ihnen wurden angezeigt, teilte das italienische Innenministerium mit. Seit Beginn der Kontrollen am 11. März wurden bereits 2,67 Millionen Italiener kontrolliert und 115.738 wegen Verstößen gegen die Ausgangssperre belangt. 2.737 Personen wurden wegen Falschaussage gegenüber den Behörden angezeigt.

Seit Mittwoch ist eine neue Regierungsverordnung in Kraft, mit der die Strafen bei Verstößen gegen die Ausgangssperre drastisch verschärft wurden. Wer positiv auf das Coronavirus getestet ist und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage hält und die Wohnung verlässt, kann mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden. Die Geldstrafe bei Verstößen gegen die Ausgangssperre beträgt jetzt zwischen 400 Euro und 3.000 Euro. Bisher drohten bei einer Anzeige Geldstrafen von 206 Euro.

Hohe Ansteckungsraten bei Ärzten und Pflegern

Einen hohen Preis für ihren Einsatz gegen das Coronaviruszahlen zahlen indes die italienischen Sanitäter. 6.205 Ärzte und Krankenpfleger haben sich in Italien mit dem Coronavirus infiziert. Das sind neun Prozent aller Infizierten in Italien, berichtete die italienische Ärztegewerkschaft am Donnerstag.

36 Ärzte sind seit Beginn der Epidemie gestorben, die letzten drei stammten aus Bergamo, dem lombardischen Epizentrum der Epidemie. Vor allem Hausärzte haben sich bisher infiziert, berichtete die Ärztegewerkschaft. Premier Giuseppe Conte lobte den unermüdlichen Einsatz der Sanitäter im Kampf gegen die Epidemie.

(Quelle: Apa/Ag.)

Aufgerufen am 02.04.2020 um 04:00 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/lombardei-beklagt-neuen-zuwachs-bei-corona-infektionszahlen-85433836

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