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Lufthansa kündigt Verträge mit Laudamotion: Ryanair warnt

Laudamotion muss nun woanders Flugzeuge mieten APA
Laudamotion muss nun woanders Flugzeuge mieten

Nach der Übernahme der Fluggesellschaft Laudamotion durch Ryanair zieht die AUA-Mutter Lufthansa die Daumenschrauben an. Die Lufthansa hat die Verträge für neun Flugzeuge nach eigenen Angaben gekündigt, die sie derzeit an Laudamotion vermietet hat - das ist fast die Hälfte der Flotte. Die österreichische Tochter werde vom Vorgehen der Lufthansa bedroht und destabilisiert, warnte Ryanair.

Nur durch die Anmietung (Wet-Leasing) von zehn Boeing-737-Flugzeugen von Ryanair sei Laudamotion in der Lage, eine Flotte von 19 Flugzeugen im Sommer 2018 zu bedienen, schrieb Ryanair am Freitag in einer Aussendung. Ryanair-Manager Juliusz Komorek forderte deshalb die EU-Kommission auf, aktiv zu werden und "weitere Versuche der Lufthansa zu unterbinden, den Wettbewerb durch verbraucherfeindliches Verhalten zu beeinträchtigen."

Laudamotion habe nicht bezahlt

In Lufthansas Begründung hieß es, Laudamotion sei ihren Zahlungsverpflichtungen "zum wiederholten Male nicht wie vereinbart nachgekommen". Lufthansa kann die Laudamotion-Maschinen nach eigenen Angaben bei ihrer Billigmarke Eurowings gut gebrauchen. Noch habe die Kündigung der Verträge mit Laudamotion aber nicht gegriffen. Dazu stehe bereits ein Gerichtstermin an, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag zur dpa.

Zustimmung zu Übernahme durch Ryanair

Die EU-Kommission hatte am Donnerstag zugestimmt, dass Europas größter Billigflieger Ryanair drei Viertel der Anteile an Laudamotion übernimmt. Der österreichische Ex-Rennfahrer und Luftfahrtunternehmer Niki Lauda hatte nach den Pleiten von Air Berlin und Niki die einst von ihm gegründete Niki übernommen und unter dem Namen Laudamotion im März neu an den Start gebracht. Wenig später holte er Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Der deutschen Airline wird von Ryanair vorgeworfen, "Laudamotion zu destabilisieren und zu schaden". Ryanair beschuldigt die Lufthansa, die Zahlung von mehr als 1,5 Millionen Euro an Wet-Lease-Gebühren zu verzögern, die Laudamotion für Flüge zustünden, die sie im März, April und Mai für die Lufthansa bedient habe.

Streit um Flugzeuge entgleist

Hintergrund ist ein Streit um Flugzeuge und (seit heute Freitag gekündigte) Leasingverträge, der in die Zeit vor dem Neustart der Laudamotion als Nachfolgegesellschaft der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki reicht. Der ehemalige Rennfahrer Niki Lauda hatte Niki einst selbst gegründet. Im Zuge der Air-Berlin-Pleite kaufte Lauda die Airline Anfang 2018 zurück. Kurz davor war die Übernahme durch die deutsche AUA-Mutter Lufthansa am Widerstand der EU geplatzt.

Lufthansa habe zwei Flugzeuge nicht geliefert

Wie Ryanair heute schrieb, versuche die Lufthansa "neun Flugzeuge, die sie als Auflage durch die EU-Kommission an Laudamotion für die Wiederaufnahme des Betriebs zur Verfügung stellen musste, wieder abzuführen." Laut Ryanair hat es die Lufthansa im Detail versäumt, zwei der 11 Flugzeuge zu liefern, die sie gemäß der Entscheidung der EU-Wettbewerbskommission für die Übernahme von Air Berlin hätte übergeben müssen. Die Auslieferung einiger Flugzeuge, zu der die Lufthansa sich verpflichtet habe, verzögere sich bis nach der Sommersaison 2018, was die Möglichkeiten von Laudamotion weiter einschränkt, Slots zu bedienen und Flüge sowie Services für den Sommerflugplan 2018 anzubieten. Deshalb müssten nun die Ryanair-Maschinen angemietet werden.

(APA/dpa)

Aufgerufen am 19.11.2018 um 02:23 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/lufthansa-kuendigt-vertraege-mit-laudamotion-ryanair-warnt-58612846

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