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Nach Horror-Crash in Südtirol

Frau erliegt im Spital ihren Verletzungen

Unfalllenker von Luttach spricht über Reue

Einen Tag nach dem schweren Verkehrsunfall in Luttach in Südtirol, bei dem sechs junge Urlauber aus Deutschland an Ort und Stelle getötet wurden, ist eine Frau ihren schweren Verletzungen im Spital erlegen. Der 27-jährige Unfalllenker hat sich indes über den Anwalt zu Wort gemeldet. Ihm droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 18 Jahren.

Nach dem schweren Verkehrsunfall in Luttach in Südtirol ist am späten Montagnachmittag eine weitere in das Unglück involvierte Frau gestorben. Sie hatte sich nach dem Unfall in lebensgefährlichem Zustand befunden und erlag in der Innsbrucker Klinik ihren Verletzungen, so der Südtiroler Sanitätsbetrieb. Damit kamen bei dem Unfall sieben Personen ums Leben, eine weitere ist in sehr kritischem Zustand.

Drei Schwerverletzte noch auf Intensivstation

Aus Datenschutzgründen gab der Südtiroler Sanitätsbetrieb keine weiteren Details bekannt. Bei den direkt beim Unfall getöteten Personen handelt es sich um drei Männer und vier Frauen aus Nordrhein-Westfalen. Drei Personen befinden sich noch auf der Intensivstation in Innsbruck, Bozen und Bruneck, der Zustand des Patienten in Bozen wurde als "sehr kritisch" beschrieben. Jene elf Personen, die bei dem Unfall mittelschwere und leichte Verletzungen davontrugen, sind auf dem Weg der Besserung. Manche konnten bereits entlassen werden.

Auto rast in Luttach in Menschengruppe

Der 27-Jährige, der aus der Region stammt, war Sonntagfrüh gegen 1.15 Uhr mit seinem Wagen in eine Gruppe deutscher Urlauber gerast. Nach einem Discobesuch war die Gruppe mit Mitgliedern im Alter zwischen 20 und 25 Jahren mit einem Bus wieder zur Unterkunft gefahren. Die jungen Leute waren gerade ausgestiegen und hätten gerade noch 100 Meter zu ihrer Unterkunft zurückzulegen gehabt. Der Busfahrer versuchte noch, den Unfalllenker mittels Lichtsignalen zu warnen, konnte die Tragödie aber nicht verhindern. Manche der Opfer wurden 20 bis 30 Meter durch die Luft geschleudert. Den Ersthelfern bot sich ein Bild des Grauens.

Luttach ASSOCIATED PRESS
Ein betrunkener Autofahrer raste in Luttach in eine Menschengruppe.

Unfalllenker: "Besser ich wäre gestorben"

Der 27-jährige Unfalllenker wurde am Montag ins Gefängnis nach Bozen überstellt. Zuvor war er wegen Suizidgefahr unter polizeilicher Bewachung in der Psychiatrie angehalten worden. Nach Angaben seines Pflichtverteidigers Alessandro Tonon zeigt der 27-Jährige Reue. Er habe ihm ungefähr gesagt: "Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen." Ihm sei bewusst gewesen, dass er vor der Fahrt getrunken habe, er habe sich aber nicht für so stark alkoholisiert gehalten, wie nach dem Unfall erhoben wurde. Laut Staatsanwaltschaft wies der Südtiroler einen Blutalkoholgehalt von 1,97 Promille auf. Der Anwalt rechnete mit einer Vernehmung durch einen Untersuchungsrichter Mitte der Woche.

Gutachten soll Unfallursache klären

Derzeit deutet nach Angaben der Staatsanwaltschaft alles darauf hin, dass der Beschuldigte zu schnell unterwegs war. Dies soll über ein Expertengutachten geklärt werden. Dem 27-Jährigen werden mehrfache Tötung im Straßenverkehr sowie schwere Körperverletzung zur Last gelegt. In Italien gilt Alkohol als erschwerender Umstand und führt zu einer Erhöhung der Strafe - dem 27-Jährigen drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Luttach, Südtirol APA

Luttach unter Schock

Der schwere Verkehrsunfall hat in und weit über Südtirol hinaus tiefe Bestürzung ausgelöst. Unter anderem zeigten sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der italienische Miinisterpräsident Giusepe Conte (parteilos) in Stellungnahmen tief betroffen und sprachen den Familien und Freunden der Opfer ihr Mitgefühl aus.

(Quelle: APA)

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