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Marilyn Manson zum Abschluss des ersten Nova-Rock-Tages

Die Schockwirkung früherer Jahre ist verblasst APA
Die Schockwirkung früherer Jahre ist verblasst

Eine Konstante gab es am ersten Nova-Rock-Tag: Regen und Wind ließen sich einfach nicht abschütteln. So waren auch die Bedingungen beim Auftritt von Marilyn Manson auf der Blue Stage alles andere als gemütlich. Der US-Schockrocker zeigte sich davon einigermaßen unbeeindruckt, was man ihm und seiner Band aber leider auch zurückgeben konnte. Bemüht, aber nicht wirklich zwingend gelang diese Show.

Beim Einstieg mit der "Irresponsible Hate Anthem" war von der Wut des Brian Warner, wie Manson bürgerlich heißt, kaum etwas zu spüren. Dazu kam ein arg dünner Sound, der sich erst im Laufe der ersten Viertelstunde einigermaßen einpendeln sollte. Die schon ältere Großtat "Angel With the Scabbed Wings" punktete dann immerhin mit einem dynamischen Wechselspiel, allerdings schafft es Manson mittlerweile nicht mehr, eine solch düstere Atmosphäre zu erzeugen, die ihn Ende der 1990er zum Superstar werden ließ.

Leider ging es ihn derselben Manier weiter: "Deep Six" war kantig, aber wenig mitreißend, "Disposable Teens" zwar eingängig, aber letztlich auch etwas schal. Schade, denn nicht nur war Manson nach der Absage der Toten Hosen als Headliner auf der Blue Stage eingesprungen, sondern vor allem hat er auch schon bedeutend bessere Konzerte abgeliefert. Die Gefahr früherer Tage ist leider verblasst.

Eine gänzlich andere Show lieferten Thrice kurz davor als Headliner der Red Bull Stage: Die US-amerikanische Truppe, die gleichermaßen Alternative Rock wie Hardcore bedient, war ein definitives Highlight am ersten Tag. Knochentrocken spielten Dustin Kensrue und Co. ihre Songs herunter, vom mitreißenden "Hurricance" über das eingängige "All The World Is Mad" bis zur Abrissbirne "Yellow Belly". Davor gab es bei der deutschen Band Kraftklub reichlich Mitmach-Action, gibt die Gruppe doch alles im Austausch mit den Fans. Nachdem eingangs ein paar rote Rauchschwaden gen Himmel zogen, gab es eine gute Stunde lang Punkrock- und Indie-Attitüde mit reichlich Witz.

Heimspiel für Seiler und Speer

Dass es der Formation um Sänger Felix Brummer "eine verdammte Ehre" war, vor dem Nova-Rock-Publikum zu spielen, nahm man ihr nur zu gern ab. Selbst wenn man recht kritisch mit den Anhängern ins Gericht ging, sind diese doch "Mainstream". Nein, Scherz beiseite. Am Ende gab es das obligatorische Wett-Crowdsurfen der Bandmitglieder, bei dem sie von einer Mini-Stage inmitten der Menschenmenge zur Bühne zurück mussten. Aufgabe gelungen!

Für Seiler und Speer war ihr wiederholter Auftritt am Nova Rock ein Heimspiel. Auf die rhetorische Frage "Gemma's an?" ließ das von einer kompetenten Band unterstützte Duo "Servas baba" folgen, es machte sich Volksfeststimmung breit. Mit Textzeilen wie "Jo heite sauf ma wieder wie die Lecha" konnten viele Besucher ja wirklich was anfangen. "Bist du deppert", wie Christopher Seiler auf die frenetische Reaktion der wirklich imposanten Menge vor der Blue Stage reagierte. Die Mundartrocker beackerten das musikalische Feld querfeldein, betteten Balladen zwischen Gassenhauer, Funk-Kracher zwischen dumpfen Prolo-Rock und tropische Rhythmen. "Ham kummst" musste natürlich auch sein.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 12.04.2021 um 09:55 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/marilyn-manson-zum-abschluss-des-ersten-nova-rock-tages-58466935

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