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Weltraummission

Nächster Versuch am Weg zum Mars

Wie sieht der Rote Planet wirklich aus?

Seit den 1970er-Jahren sind immer wieder Raumfahrzeuge auf dem Mars gelandet. In der Nacht auf Montag starteten die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Mission "Hope", bei der das Klima des Roten Planeten erforscht werden soll. Doch wann wird zum ersten Mal ein Mensch einen Fuß auf ihn setzen?

Schon vor der Gründung der US-Raumfahrtbehörde NASA im Jahr 1958 gab es erste Pläne für einen bemannten Flug. US-Präsidenten von George Bush senior bis Donald Trump sprachen von ihrer Vision, Menschen zum Mars zu schicken. Verwirklicht wurden die Ankündigungen bisher nicht. So könnte die Expedition zum Roten Planeten aussehen:

Die Anreise zum Roten Planeten

Die Reise von der Erde bis zum Mars dauert etwa sieben Monate. Die privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX und Blue Origin sind gerade dabei, Raketen zu bauen, die zehntausende Tonnen Material zum Mars befördern könnten. Die Astronauten sind auf dem langen Flug extremen Belastungen durch die Strahlung und Schwerelosigkeit ausgesetzt, sie leiden beispielsweise unter Muskelschwund. Doch die Strapazen gelten als verkraftbar.

Der Aufenthalt

Die Astronauten müssten 15 Monate auf dem Mars bleiben, bis der Rote Planet und die Erde wieder auf derselben Seite der Sonne sind. Auf dem Mars herrscht extreme Kälte, im Durchschnitt sind es minus 63 Grad. Es gibt bereits Schutzanzüge und Behausungen, mit denen Menschen solche Temperaturen ertragen können.

Ein Risiko sind medizinische Notfälle, denn für die Evakuierung von Kranken ist die Entfernung zu groß. Um diese Gefahr so gering wie möglich zu halten, werden die Gene der Raumfahrer untersucht und auch die Krankheitsgeschichte ihrer Familie. So kann weitgehend ausgeschlossen werden, dass ein Teilnehmer im Laufe der Expedition an Krebs erkrankt.

Für andere Krankheiten - beispielsweise Knochenbrüche oder Nierensteine - entwickeln Ärzte Möglichkeiten, wie die Astronauten sich selbst behandeln können. "Von gesundheitlicher Seite spricht nichts gegen die Reise zum Mars", sagte der Notfallmediziner und Ingenieur Dan Buckland von der Duke University (North Carolina), der für die NASA eine robotergesteuerte Injektionsnadel entwickelt. Eine Blinddarmentzündung könnte auf dem Mars dennoch tödlich enden.

Eine Herausforderung einer bemannten Mission sind die heftigen Staubstürme auf dem Mars. Der Staub kann die Sonne für Monate verdecken, so dass Solarpaneele nicht mehr funktionieren. Um die Energieversorgung dennoch sicherzustellen, hätte die Crew kleine Kernreaktoren im Gepäck. Manche Utensilien könnten aus Material vom Mars mit 3-D-Druckern hergestellt werden.

Mars-Kolonien

Manchen Visionären schwebt bereits eine dauerhafte Besiedelung vor. Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk will deshalb eine erste Mars-Expedition nutzen, um eine Fabrik zu bauen, die Marswasser und Kohlendioxid in Sauerstoff und Methantreibstoff umwandelt. Der Präsident der Mars-Gesellschaft, Robert Zubrin, will "neue Ableger der menschlichen Zivilisation" auf dem Planeten schaffen.

Der Astrobiologe Michel Viso von der französischen Raumfahrtagentur CNES hält dieses Ansinnen für "Unsinn". "Wir haben einen wunderbaren Planeten mit Sauerstoff und Wasser", sagte er. "Es ist kriminell, den Menschen weismachen zu wollen, es gebe mit dem Mars einen Planet B."

(Quelle: APA)

Zahlreiche Mars-Missionen scheitern

Mars, Roter Planet, SB Pixabay/CC0

Seit Menschen Raumschiffe ins All schicken können, wollen sie auch den Roten Planeten erforschen. In den vergangenen 60 Jahren wurden über 40 Missionen zum Mars geschickt - von denen knapp die Hälfte erfolgreich war.

Hier ein Überblick:

1960-1964: Sowjetische Fehlschläge

Die Sowjetunion ist bei den Marsmissionen zunächst führend, ab Herbst 1960 startet sie erste Sonden zum Roten Planeten. Doch sie muss eine Reihe von Fehlschlägen einstecken, darunter gleich bei den ersten Sonden Marsnik 1 und 2, die die Erdumlaufbahn nicht erreichen. Die 1964 gestartete Sonde 2 ist die erste Sonde, die sich dem Mars nähert - doch eine Beobachtung des Planeten gelingt nicht.

1965: Vorbeiflug von Mariner 4

Am 15. Juli 1965 schreibt das US-Raumschiff Mariner 4 Geschichte, als es am Roten Planeten vorbeifliegt. Es übermittelt rund 20 Fotos, die seine wüstenähnliche, von Kratern durchzogene Oberfläche zeigen.

1971: Erster Satellit

Im November 1971 wird Mariner 9 zum ersten Satelliten, der den Mars umrundet und eine detaillierte fotografische Karte mit Spuren von Vulkanismus und Flusserosion liefert. Im Dezember landet die sowjetische Sonde Mars 3 als erste auf dem Mars, doch aufgrund eines Staubsturms hört sie nach 20 Sekunden auf zu senden.

1976: Erste Marslandungen von Viking 1 und 2

Als erste Nation schicken die USA Raumschiffe zum Mars, die auf dem Planeten funktionieren - im Juli 1976 Viking 1 und zwei Monate später Viking 2. Zusammen schicken sie mehr als 50.000 Fotos; sie zeigen, dass es auf dem Mars keine Anzeichen von Leben gibt.

1997: Mars Pathfinder und Sojourner

In den 1990er-Jahren nimmt die Erkundung des Mars wieder Fahrt auf. Sieben Sonden gehen verloren, doch die US-Raumfahrtagentur NASA verzeichnet 1997 auch zwei Erfolge: Im Juli bringt der Mars Pathfinder den ferngesteuerten Rover Sojourner auf den Planeten. Im September tritt der Mars Global Surveyor in die Marsumlaufbahn und erforscht die gesamte Oberfläche, Atmosphäre und das Innere des Planeten. Pathfinder und Sojourner finden auch Hinweise auf Mineralien.

2003: Europas Mars Express

Die Europäische Weltraumorganisation startet die Sonde Mars Express, die seit Dezember 2003 den Mars umkreist und noch immer in Betrieb ist. Ihre Mini-Landeeinheit Beagle 2 zeigte nie ein Lebenszeichen, wurde aber 2015 auf der Oberfläche des Planeten gesichtet.

2004: Spirit und Opportunity

Im Jänner 2004 werden die zwei US-Geologieroboter Spirit und Opportunity für erfolgreiche Missionen bis 2010 bzw. 2018 auf den Mars gebracht. Opportunity legt mit 45 Kilometern die bisher längste außerirdische Strecke zurück, sendet mehr als 200.000 Bilder und bestätigt, dass es früher einmal Wasser auf dem Roten Planeten gegeben haben muss.

2012: Curiosity - noch in Betrieb

Der US-Roboter Curiosity landet im August 2012 und ist als einziges Raumschiff auf dem Mars noch in Betrieb. Er findet Indizien, dass der Planet einst für mikrobielles Leben geeignet war - und deshalb potenziell bewohnbar sein dürfte.

Im Mai 2008 erforscht Phoenix, ein weiteres US-Fahrzeug, den Permafrost auf dem Mars und bestätigt das Vorhandensein von gefrorenem Wasser.

2014: Indien - billiger und schneller

Indien bringt im September 2014 erfolgreich eine Sonde in die Umlaufbahn. Ziel der in Rekordzeit und zu geringen Kosten entwickelten Mars Orbiter Mission ist der Nachweis von Methan.

2020: Ansturm auf den Mars

Die russisch-europäische Mission ExoMars, die für 2020 die Entsendung eines Roboters zur Entnahme von Bodenproben geplant hatte, wird aufgrund technischer Schwierigkeiten und der Corona-Pandemie auf 2022 verschoben.

Doch im Juli soll es gleich drei Missionen geben: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben in der Nacht zum Montag erfolgreich die erste Sonde aus der arabischen Welt auf den Weg gebracht - und China sowie die USA wollen beide Rover auf den Mars bringen.

Aufgerufen am 13.04.2021 um 09:06 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/mars-mission-hope-ins-all-gestartet-90422875

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