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Historisches Ereignis

Mars-Rover schickt sensationelle Bilder zur Erde

Beeindruckende Aufnahmen von "Perseverance"

Der US-Rover "Perseverance" hat erste Videos von seiner Landung und Audio-Aufnahmen vom Mars zur Erde geschickt. Solche Video- und Ton-Aufnahmen habe es noch nie zuvor gegeben, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Montag bei einer Pressekonferenz mit.

"Diese Videos sind unglaublich", sagte NASA-Manager Mike Watkins. "Wir alle haben sie über das Wochenende viele, viele Male angeschaut." Die Videos zeigen die letzten rund elf Kilometer der Strecke von "Perseverance" (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen). Darauf ist beispielsweise zu sehen wie der Fallschirm aufgeht.

Erste Tonaufnahmen vom Mars

Auch die Oberfläche, auf der der Rover landet, ist sichtbar. Die Mikrofone an Bord des Rovers hätten keine brauchbaren Daten von der Landung gesendet – aber später die ersten jemals empfangenen Tonaufnahmen von der Oberfläche des Mars geschickt, hieß es.

Auf ihnen ist unter anderem etwas zu hören, was wie eine Windböe klingt. Auch neue Fotos wurden veröffentlicht.

"Perseverance" erkundet Roten Planeten

Zuvor hatte bereits der kleine Hubschrauber "Ingenuity", der sich an Bord des Rovers befindet, seinen ersten Statusreport an das Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena gefunkt – und er scheint den NASA-Experten zufolge "bestens zu funktionieren".

symb_Mars, symb_Marslandung, NASA, ASSOCIATED PRESS
Die Marslandung in Bildern.

Noch ist "Ingenuity" (auf Deutsch: Einfallsreichtum) an der Unterseite von "Perseverance" befestigt. Aber in 30 bis 60 Tagen soll der Helikopter den Mars aus der Vogelperspektive erkunden. Es wäre der erste Flug eines Luftfahrzeugs über einen anderen Planeten.

Der Rover "Perseverance", rund 1.000 Kilogramm schwer und so groß wie ein Kleinwagen, setzte am Donnerstag - nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern - mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten See namens "Jezero Crater" auf.

 

Diesen See mit einem Durchmesser von etwa 45 Kilometern soll "Perseverance" in den kommenden zwei Jahren untersuchen.

Milliardenschwere NASA-Forschung

Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teuren Rovers hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

(Quelle: APA)

"Leben zu finden wäre epochales Ereignis"

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Mars Rover Perseverance ist am Donnerstag sicher auf dem Mars gelandet.

Nachdem auf dem Mars Hinweise auf Wasser entdeckt wurden, sucht man auf dem roten Planeten nun nach Leben: Das ist die Mission des Rovers "Perserverance", der am Donnerstag erfolgreich am Erd-Nachbarn landete. Was es bedeuten würde, tatsächlich Leben zu entdecken und wie es um künftige bemannte Mars-Missionen steht, das hat uns der Salzburger Astronom Helmut Windhager erklärt.

Der Mars hat die Menschen immer schon fasziniert. Über Leben am roten Planeten wird seit langer Zeit gerätselt. "Das kommt daher, dass der Mars der von der Erde aus am ehesten erreichbare Himmelskörper ist. Er hat eine feste Oberfläche und die Bedingungen sind nicht so extrem wie auf anderen", teilt Astronom Helmut Windhager im Gespräch mit SALZBURG24 mit. Nahegelegen wäre auch die Venus, allerdings seien hier die Druckverhältnisse so extrem, dass ein Raumfahrzeug nur sehr kurz überleben würde.

 

"Perserverance" sucht nach Leben

Nun erfolgte die Landung von "Perserverance" in einem ausgetrockneten See, der "Jezero Crater" genannt wird. Hier soll der Rover nach Spuren von Leben suchen. Ausgerüstet ist das Fahrzeug dabei erstmals auch mit einem Mini-Hubschrauber und Mikrofonen. "Dieses Gebiet wurde ausgesucht, weil man hier sehr abwechslungsreiches Gelände hat. Zudem gibt es hier die Chance, Spuren von früher vorhandenem Wasser und somit auch Spuren von Leben zu finden", führt Windhager weiter aus.

20210216_PD9801.HR.jpg AFP/PATRICK T. FALLON
"Perseverance" wird den Mars auch mit einer Drone erkunden.

Welche Art von Leben ist wahrscheinlich?

"Die Wahrscheinlichkeit, noch lebendes Leben zu finden, ist meiner Meinung nach eher gering. Die Chance ist aber hoch, dass man Spuren von vergangenem Leben findet." Wahrscheinlich wäre dieses in Form von Mikroben oder Viren, wie das auf der Erde heimische Bärtierchen. "Also ganz kleine Lebewesen, die sehr robust sind und welche die negativen klimatischen Veränderungen des Mars überlebt haben", so der Salzburger Astronom.

"Es wäre ein epochales Ereignis"

Doch was würde es für die Weltraumforschung und die Menschheit bedeuten, würde man Leben auf dem Mars finden? Windhager: "Es wäre ein epochales Ereignis. Immerhin ist Leben bislang nur auf der Erde bestätigt." Der Astronom hält es dabei für naheliegend, dass Leben auf dem Mars denselben Ursprung hat wie jenes auf der Erde, also möglicherweise über einen Kometeneinschlag dorthin gekommen wäre. "Ein Paukenschlag wäre es aber allemal."

 

Langer Weg, bevor Menschen den Mars betreten

Bevor Menschen zum Roten Planeten geschickt werden können, müssen noch einige Hürden genommen werden. Der menschliche Körper ist hier ein stark begrenzender Faktor, immerhin werden während der etwa sechsmonatigen Reise in der Schwerelosigkeit Muskeln und Knochen abgebaut, da sie nicht so beansprucht werden wie auf der Erde. Eine weitere Herausforderung stellt die Ernährung der Astronauten über längere Zeit dar. Sollten diese Probleme gelöst sein, so muss man immer noch den Rückweg der Crew sicherstellen. Immerhin muss man bei einem Raketenstart am Mars eine stärkere Anziehungskraft überwinden, als jene am Mond.

Private Firmen wollen bemannte Mars-Missionen

Nichtsdestotrotz arbeiten vor allem privaten Weltraumunternehmen wie SpaceX an dem erklärten Ziel, Menschen zum Mars zu bringen. Ob wir nach dem Mond also auch auf dem Mars unsere Fußabdrücke hinterlassen werden, wird die Zukunft zeigen.

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