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Martha Oberndorfer wird neue ÖBIB-Chefin

Die Regierung hat sich am Dienstag auf eine neue Führung der Staatsholding ÖBIB geeinigt. Nachfolgerin von Rudolf Kemler wird Martha Oberndorfer, Chefin der Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA, die fürs Aufnehmen der Staatsschulden zuständig ist. Oberndorfer tritt ihren neuen Job bereits am Montag, 8. Juni, an.

Zehn Personen haben sich für den Spitzenposten bei der ÖBIB, der Nachfolgegesellschaft der ÖIAG, beworben. Als am besten geeignet hat sich Oberndorfer herausgestellt. Sie verfüge über "exzellente Kenntnisse im Banken- und Finanzierungsbereich" und habe ein "vertieftes Verständnis für staatsnahe Unternehmen", teilte das Finanzministerium mit. Zuvor hatte der Ministerrat den Vorschlag des Finanzministeriums abgesegnet.

Oberndorfers Geschäftsführervertrag bei der ÖBIB läuft drei Jahre, sohin bis zum 8. Juni 2018. Sie wird in ihrer neuen Funktion den Titel Generalsekretärin tragen und für die staatlichen Beteiligungen an der OMV (31,5 Prozent), der Telekom Austria (28,4 Prozent), der Post (52,9 Prozent), der APK Pensionskasse (29,95 Prozent) sowie den Casinos Austria (33,2 Prozent) zuständig sein. Der Anteil an den Casinos könnte sich in Bälde vergrößern, denn Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) will den Glücksspielkonzern komplett verstaatlichen, um später Anteile - möglichst gewinnbringend - wieder abzustoßen. Derzeit ist die Aktionärsstruktur der Casinos zersplittert, die Eigentümer sind aber gewillt, ihre Anteile abzugeben, wenn der Preis stimmt.

Die neue ÖBIB-Chefin Oberndorfer war seit Anfang 2008 Chefin der Bundesfinanzierungsagentur. Ihr letztes großes Projekt dort war ein Kredit für das strudelnde Kärnten, den der Landtag vorige Woche abgesegnet hat. Der Finanzrahmenvertrag mit der ÖBFA sieht vor, dass Kärnten kommendes Jahr zugleich 50 Mio. Euro einsparen muss.

Vor ihrer Zeit bei der ÖBIB war Oberndorfer unter anderem in der Chefetage der Bundespensionskasse sowie einer Finanzierungsberatungsgesellschaft. Auch für die Bank Gutmann und den Gemeindefinanzierer Kommunalkredit (jetzt: KA Finanz) hatte die 53-jährige Kremserin und studierte Betriebswirtin und Wirtschaftspädagogin länger gearbeitet. Oberndorfer wird hohe fachliche Kompetenz bescheinigt, auch ist sie für ihren reschen Führungsstil bekannt.

Der bisherige ÖBIB-Chef Kemler war von 2012 an Chef der vormaligen ÖIAG und wurde interimistisch auch zum Geschäftsführer der im März geschaffenen ÖBIB bestellt. Nach Turbulenzen in der Staatsholding respektive dem pannenreichen Abgang von OMV-Chef Gerhard Roiss wurde sein Vertrag jedoch im Vorjahr von 2017 auf den 31. Oktober 2015 verkürzt.

Wie man sich nun, da Oberndorfer schon per 8. Juni bestellt ist, mit Kemler einigt, ließen das Finanzministerium und die ÖBIB am Dienstag offen.

Mit der Umwandlung der ÖIAG in die ÖBIB wollte sich die Politik wieder mehr Einfluss in den teilstaatlichen Betrieben verschaffen. Die Repolitisierung wird aber genauso kritisch gesehen wie der sich selbst erneuernde Aufsichtsrat der früheren ÖIAG. Zur ÖBIB gehört neben OMV und Co. auch die Bankenbeteiligungsgesellschaft Fimbag; diese ist operativ aber selbstständig tätig.

Der mit Oberndorfers Wechsel freigewordene Chefposten bei der Bundesfinanzierungsagentur wird "ehestmöglich" ausgeschrieben. Interimistisch wurde ÖBFA-Prokurist Markus Stix bestellt.

(Quelle: S24)

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