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Medwedew warnt vor tiefer Rezession in Russland

Russlands Premier fürchtet Wirtschaftskrise Salzburg24
Russlands Premier fürchtet Wirtschaftskrise

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew befürchtet eine schwere Rezession in seinem Land. Das sagte der Regierungschef am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA. Die russische Wirtschaft leidet unter den internationalen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise und dem massiven Rückgang des Ölpreises. Die Landeswährung Rubel ist dadurch unter Druck geraten.

Im Kampf gegen den Kursverfall des Rubel greift die russische Regierung zu neuen Mitteln. Fünf der größten staatlichen Exporteure werden dazu angehalten, einen Teil ihrer Devisenreserven auf den Markt zu werfen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Regierungskreisen.

"Natürlich steht es den Unternehmen frei, die harten Währungen auch zu behalten", sagte ein Regierungsmitglied. "Aber dann behalten wir uns auch das Recht vor, ihnen nicht zu helfen, wenn sie harte Zeiten haben." Betroffen sind die Energiekonzerne Gazprom, Rosneft und sowie die Diamanten-Produzenten Alrosa und Kristall. Diese sollen bis März 2015 ihren Devisenbestand auf das Niveau von Anfang Oktober zurückführen, erklärte die Regierung. Bis dahin müssen sie jede Woche ihren Bestand der Zentralbank melden.

Der Rubel wertete nach Bekanntwerden der Pläne zeitweise um fünf Prozent auf. Zuletzt mussten für einen US-Dollar 54,44 Rubel (0,79 Euro) bezahlt werden. In den vergangenen Tagen waren es zeitweise 80, in der ersten Jahreshälfte hingegen nur 30 bis 35 Rubel. "Wenn die Exporteure angehalten werden, ihre Devisenpositionen nicht zu erhöhen, dann kann das als inoffizielle Wiedereinführung von Kapitalkontrollen angesehen werden" sagte Wladimir Osakowsky von der Bank of America Merill Lynch. Präsident Wladimir Putin hat Kapitalkontrollen wiederholt abgelehnt.

Die Zentralbank hat nach Angaben von vier Kreditinstituten eigene Aufseher in die Abteilungen für Devisenhandel der größten russischen Banken entsandt. "Wir müssen über alle unsere Aktivitäten berichten", sagte eine Führungskraft von einer der fünf größten Banken zu Reuters. "Die sind sehr akribisch." Ein Regierungsmitarbeiter verteidigte das Vorgehen: "Es gab Panik. Es musste etwas getan werden und wir haben einige Maßnahmen eingeleitet."

Ausgelöst wurde der Rubel-Absturz von den westlichen Sanktionen, mehr aber noch vom Preisverfall von Rohöl - dem größten russischen Exportschlager. Das nährte die Sorge vor einer Staatspleite und verunsicherte die Märkte. Ministerpräsident Dmitri Medwedew sagte er nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA, er befürchte eine schwere Rezession in seinem Land. Die russische Wirtschaft leidet nicht nur unter dem schwachen Rubel und dem Ölpreisverfall, sondern auch unter den westlichen Sanktionen wegen des Vorgehens in der Ukraine-Krise. Nach Prognose der Zentralbank könnte das Bruttoinlandsprodukt 2015 um rund 4,5 Prozent schrumpfen.

Der Ukraine geht es kaum besser. Das Finanzministerium befürchten im kommenden Jahr einen Einbruch der Wirtschaftsleistung von 4,3 Prozent. "Uns steht ein schwieriges Jahr bevor", sagte Finanzministerin Natalia Jaresko.

(Quelle: S24)

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