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Mehr als 100.000 Mittelmeer-Bootsflüchtlinge seit Jänner

Von kriegslüsternen Mördern in die Flucht getrieben Salzburg24
Von kriegslüsternen Mördern in die Flucht getrieben

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der UNO und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) schon mehr als 100.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Dies sei ein "dramatischer Anstieg", erklärte das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Dienstag in Genf. Die UNHCR-Präsenz in Griechenland und Italien werde verstärkt, um bei der Versorgung der Menschen zu helfen.

Die Schwelle von 100.000 sei damit etwas früher überschritten worden als im vergangenen Jahr, teilte die IOM mit. Für die nächsten Monate werde ein starker Anstieg der Flüchtlingszahlen erwartet. "Eine ruhigere Wetterlage dürfte Schlepper ermutigen, nicht seetüchtige offene Boote mit noch mehr schutzlosen Menschen zu füllen", sagte IOM-Sprecher Leonard Doyle.

Die Zahl der an den europäischen Küsten gelandeten Migranten ist dem UNHCR zufolge auf insgesamt 103.000 gestiegen, alleine am Wochenende waren 6.000 Menschen in Süditalien an Land gebracht worden. Die Gesamtzahl für Italien seit Beginn des Jahres stieg auf 54.000, in Griechenland sind es 48.000. 920 weitere Ankömmlinge wurden in Spanien gezählt, 91 in Malta.

Wie UNHCR-Sprecher Adrian Edwards weiter mitteilte, kamen auf der gefährlichen Überfahrt in diesem Jahr bereits fast 1.800 Flüchtlinge ums Leben. Den extremen Anstieg der Zahlen machte der Sprecher am Beispiel Griechenlands deutlich: Im gesamten vergangenen Jahr zählten die dortigen Behörden 34.000 Flüchtlinge, während die Zahl in diesem Jahr schon bei 48.000 liegt.

In Italien hatten am Sonntag die drei nördlichen Regionen Ligurien, Lombardei und Venetien gewarnt, sie würden keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen. Auch unter den EU-Ländern wird über die Verteilung der Immigranten gestritten. Viele Hauptstädte stemmen sich gegen den Plan der EU-Kommission, 40.000 Flüchtlinge aus Italien und Griechenland nach einem Quotenschlüssel zu verteilen.

Nach Angaben der EU-Grenzschutzbehörde Frontex haben sich die Flüchtlingsbewegungen seit Jahresbeginn verändert: Frontex verzeichnete vor allem über die Route durch die Ägäis von der Türkei nach Griechenland eine dramatische Zunahme. Verändert habe sich auch die Zusammensetzung der Flüchtlingsströme, teilte die Agentur kürzlich mit. Bei den Menschen, die über die Türkei nach Griechenland kommen, handle es sich insbesondere um Asylsuchende, vor allem Syrer. In Italien landeten überwiegend Menschen aus den südlich der Sahara gelegenen Ländern, die vor der Armut in ihrer Heimat fliehen.

(Quelle: S24)

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