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Mehr als 4.600 Tote bei Kämpfen in Ostukraine

Gefechte in der Ostukraine bereits seit April Salzburg24
Gefechte in der Ostukraine bereits seit April

Bei den Gefechten zwischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten in der Ostukraine sind den Vereinten Nationen zufolge seit April mehr als 4.600 Menschen getötet worden. Zudem wurden in den dortigen Unruheregionen Donezk und Luhansk insgesamt etwa 10.000 Soldaten, Aufständische und Zivilisten verletzt, wie die UN-Nothilfeorganisation Ocha weiter berichtete.

In der Ostukraine gilt seit einer Woche eine - allerdings brüchige - Waffenruhe. Die prowestliche Führung in Kiew hatte im April eine "Anti-Terror-Offensive" gegen die Aufständischen gestartet. Seitdem seien mindestens 1,1 Millionen Menschen aus dem Krisengebiet geflüchtet, entweder ins Landesinnere der Ex-Sowjetrepublik oder in Nachbarstaaten - davon die meisten nach Russland, teilte Ocha mit.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko räumte am Sonntag ein, dass das Militär die Feuerpause auch zur Verstärkung seiner Stellungen nutze. "Nur eine starke Armee garantiert Frieden", sagte der Staatschef bei einem Treffen mit Offizieren in Kiew. Kritiker werfen Poroschenko vor, angesichts leerer Staatskassen zu sehr auf Rüstung und zu wenig auf eine Modernisierung der Behörden zu setzen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonierte am Sonntagabend mit Poroschenko und Frankreichs Staatschef Francois Hollande. Im Mittelpunkt des Gesprächs habe die Lage in der Ukraine gestanden, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Demnach berichtete Poroschenko von wiederholten Verletzungen der am 9. Dezember vereinbarten Waffenruhe mit den prorussischen Separatisten in der Ostukraine. Tote habe es seither nicht gegeben.

Am 5. September war im weißrussischen Minsk unter OSZE-Vermittlung eine Waffenruhe sowie der Rückzug schwerer Waffen vereinbart worden. Die Feuerpause wurde jedoch fast täglich gebrochen, es gab weiter schwere Gefechte.

Wie Seibert weiter mitteilte, ging es in dem Dreiergespräch vom Sonntagabend auch um die Entwicklung der Ukraine insgesamt. Hollande und Merkel hätten Poroschenko in dem Telefonat ermutigt, nach der erfolgten Regierungsbildung umgehend den geplanten umfassenden Reformprozess in Gang zu setzen. Nur so könne sich die Wirtschaft erholen und die erforderliche internationale Finanzhilfe erbracht werden.

(Quelle: S24)

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