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Mehr als 60 getötete Dorfbewohner in Indien

Militante Gruppe kämpft für mehr Autonomie Salzburg24
Militante Gruppe kämpft für mehr Autonomie

Aufständische haben im Dschungel im Nordosten von Indien mindestens 61 Ureinwohner erschossen. Die Armee schickte am Mittwoch Tausende Soldaten in die schwer zugänglichen Gebiete im Unionsstaat Assam. Die Täter gehören nach Polizeiangaben zu einer militanten Gruppe, die für mehr Autonomie in der Region kämpft.

Die Angreifer seien in mehreren koordinierten Attacken in Dörfer gestürmt und hätten die Menschen wahllos erschossen, sagte der örtliche Polizei-Generalinspekteur L. R. Bishnoi der Deutschen Presse-Agentur (dpa). In seinem Distrikt Kokrajhar an der Grenze zu Bhutan seien bisher 25 Leichen gefunden worden. Im benachbarten Distrikt Sonitpur starben mindestens 36 Menschen. "Die meisten davon waren Frauen und Kinder", sagte die dortige Polizeichefin Sanjukta Parasar. Etliche Häuser wurden niedergebrannt.

Nach Angaben von Bishnoi handelt es sich bei den Angreifern um Mitglieder einer Gruppe namens Nationale Demokratische Front von Bodoland (NDFB - Songbijit). Diese lehnt Friedensgespräche einiger Bodo-Gruppen mit der Regierung ab. Bishnoi geht von einem Vergeltungsschlag aus, denn die Armee sei zuletzt vermehrt gegen die NDFB vorgegangen. Die Zeitung "Times of India" berichtete, die Aufständischen könnten die Dorfbewohner verdächtigt haben, Informationen über ihre Verstecke an die Sicherheitskräfte weitergegeben zu haben.

Premierminister Narendra Modi bezeichnete das Töten im Kurznachrichtendienst Twitter als "feigen Akt". Innenminister Rajnath Singh reiste nach Assam. Die Polizei erklärte, die Sicherheitskräfte gingen im Dschungel mit Großaufgeboten gegen die Aufständischen vor. Alle Überlandstraßen seien abgeriegelt. Außerdem haben örtliche Behörden Flüchtlingscamps für diejenigen eingerichtet, die sich in ihren Häusern nicht mehr sicher fühlten. Die Grenze nach Bhutan wurde laut indischen Medien geschlossen.

Die Toten sind Angehörige der indigenen Bevölkerung, die sich in Indien als Adivasi bezeichnen. Im Nordosten des Landes leben - zwischen Bangladesch und Myanmar (Burma), nur durch einen dünnen Streifen mit dem Rest des Landes verbunden - zahlreiche verschiedene Adivasi-Gruppen. Sie gehören nicht zu den in Kasten organisierten Hindus, sondern leben oft in traditionellen Stammesgemeinschaften.

Nach Informationen des indischen Senders NDTV kamen die Angreifer in Armeeuniformen und mit Sturmgewehren, rissen die Türen der Strohhütten auf und begannen zu schießen. Einige Bewohner, darunter viele Frauen, seien auch aus den Hütten gezerrt und aus nächster Nähe erschossen worden.

(Quelle: S24)

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