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Meischbergers Anwalt Zarbl verfolgt Freimaurer-Spur

Der Prozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und 13 weitere Angeklagte wegen Korruptionsverdachts bei der Privatisierung der Bundeswohnungen und der Einmietung der Finanz in einem Linzer Bürohaus (Terminal Tower) ist Dienstagvormittag planmäßig fortgesetzt worden.

Zu Beginn des zehnten Verhandlungstages wurde es heute im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichtes esoterisch: Jörg Zarbl, Rechtsanwalt des zweitangeklagten Ex-FPÖ-Spitzenpolitikers Walter Meischberger, begab sich auf die Suche nach einer Freimaurer-Spur.

Zarbl stellt Freimaurer-Verbindungen in Raum

Hochegger, der in der Vergangenheit bei den Freimaurern war, habe seine Kontakte zu Justizkreisen, die ebenfalls Freimaurer sein sollen, dazu genutzt, um im Vorfeld des Prozesses eine Art Kronzeugenregelung zu bekommen, so die Vermutung von Zarbl - was Hochegger heute bestritt. Und auch die anklagende Staatsanwaltschaft verneinte heute derartige Kontakte mit Hochegger.

Hochegger verwies immer wieder auf bereits getätigte Aussagen vor den Vernehmungsbeamten bzw. dass er hier nicht die richtige Ansprechperson sei. Und auch Richterin Marion Hohenecker tat sich schwer, einen Konnex zwischen den Freimaurern und dem Gegenstand des Verfahrens herzustellen.

Brief soll auf Freimaurer hinweisen

Der Meischberger-Anwalt legte einen Brief vor, der in der Vorwoche bei seiner Kanzlei eingegangen sei. Richterin Hohenecker vermisste einen für Rechtsanwaltskanzleien üblichen Eingangsstempel der Kanzlei. In dem offenbar anonymen Brief wird auf einen angeblichen Konnex zwischen der Wortwahl in einem Brief von Meischbergers Ex-Anwalt an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) und angeblicher Freimaurer-Diktion eingangen.

Wollte Meischberger Hochegger-Geständnis verhindern?

Nachdem sich die Freimaurer-Spur im Sand verlaufen hatte, nahm Zarbl das Gespräch zwischen Meischberger und Hochegger im Verhandlungssaal in einer Pause ins Visier, bei dem Meischberger laut Hochegger versucht haben soll, ihn von einem Geständnis abzuhalten. Hier wollte Zarbl wissen, warum sich Oberstaatsanwalt Alexander Marchart in das Gespräch damals eingemischt hat. Konter von Marchart: Er habe lediglich wissen wollen ob hier Verdunkelungsgefahr bestehe - weil er dann gegebenenfalls Untersuchungshaft über Meischberger verhängt hätte.

Ausfälle wegen Krankheit und Notfällen

Der Verhandlungstag am 11. Jänner fiel wegen Krankheit des beisitzenden Richters aus, und am 17. und 18. Jänner wurde aufgrund eines "akuten familiären Notfalls in der Familie eines Angeklagten" nicht verhandelt. Grassers Verteidiger Manfred Ainedter ließ sich für den heutigen Vormittag entschuldigen.

Befragung von Hochegger fortgesetzt

Die Verhandlung begann mit der Befragung des Ex-Lobbyisten Peter Hochegger, der ein Teilgeständnis abgelegt hat und dadurch die Mitangeklagten Grasser, Walter Meischberger und Ernst Karl Plech massiv belastet hatte. Der Verteidiger von Meischberger, Jörg Zarbl, setzte seine Befragung Meischbergers fort.

Insgesamt sind in dem Prozess 15 Personen angeklagt, von denen Ex-RLB-Oberösterreich-Chef Ludwig Scharinger allerdings verhandlungsunfähig ist.

(APA)

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(Quelle: S24)

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