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Merkel pocht bei G-7-Gipfel auf Zwei-Grad-Klimaziel

Im Kampf um eine gemeinsame Linie gegen den Klimawandel steht den Staats- und Regierungschefs sieben führender Industriestaaten beim Gipfel in Elmau ein steiniger Anstieg bevor. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte ihre sechs Partner vor Beginn des Gipfels dazu auf, sich dazu zu bekennen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Während Frankreichs Präsident Francois Hollande als Gastgeber der UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris aufs Tempo drückt, gilt Japan im Kreis der G7 als unsicherer Kantonist. Premierminister Shinzo Abe kündigte am Samstag an, er wolle in Elmau eine Reduzierung der Treibhausgase in seinem Land um 26 Prozent bis 2030 vorschlagen. Das schrieb Abe am Samstag in einem Beitrag für das Online-Portal des US-Fernsehsenders CNN.

Dazu soll die Nutzung von Solarenergie in Japan versiebenfacht und die Nutzung von Windkraft und Erdwärme vervierfacht werden. Dies soll zu einer Steigerung der Energieeffizienz um 35 Prozent führen, schrieb Abe. Er wurde am frühen Samstagabend in Oberbayern erwartet.

Klimaschützer kritisieren die japanische Linie. "Statt 26 Prozent müsste die Reduzierung bei 40 bis 60 Prozent liegen", sagte Kiri Hanks, Klimaexpertin von der Organisation Oxfam. Japan plane den Bau von bis zu 52 neuen Kohlekraftwerken. "Sie müssen ihre Pläne ändern", forderte Hanks.

Ein gangbarer Weg für den Gipfel wäre aus ihrer Sicht der Verzicht auf fossile Brennstoffe zur Stromgewinnung bis 2050. Dies käme einem kompletten Ausstieg aus der Kohleverstromung gleich. Nach Berechnungen von Oxfam wäre dies für die G7-Länder möglich.

Die von Abe angekündigte Reduzierung ist der freiwillige Beitrag Japans für ein neues Klimaprotokoll, das bei der bevorstehenden Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden soll. Der deutsche Umweltökonom Lutz Wicke hält die Absicht, für das Pariser Protokoll nur freiwillige Beiträge einzufordern, für zu schwach. Allerdings: "Es ist nötig, damit die weltweite Klimapolitik nach dem Auslaufen von Kyoto weiter eine Rechtsgrundlage hat", sagte Wicke.

Vom G7-Gipfel, der am Sonntag beginnt, wird ein Signal für die Pariser UN-Konferenz im Dezember erwartet. Klimaschützer versprechen sich Verbesserungen vom Gipfel. "Wir haben gar kein Recht, pessimistisch zu sein", sagte Jörn Kalinski von Oxfam. Allerdings geht vielen Aktivisten die Klimapolitik der G7 zu langsam.

Die Umweltschutzorganisation WWF forderte die Industriestaaten auf, bis zur Mitte des Jahrhunderts aus Kohle, Öl und Gas auszusteigen, ihre Energieversorgung auf erneuerbare Energien umstellen und Energieeffizienzmaßnahmen massiv voranzutreiben. Ein derartiges Zeichen aus Elmau sei besonders wichtig, da im Dezember in Paris ein neues globales Klimaabkommen verabschiedet werden soll. Der G7-Gipfel könne entscheidende Vorarbeit leisten, um den Kurs richtig zu setzen.

(Quelle: S24)

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