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Mesale Tolu forderte vor Istanbuler Gericht Freispruch

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu zeigt sich erleichtert über die Aufhebung der Ausreisesperre gegen ihren Mann. Das Istanbuler Gericht hatte zuvor die Ausreisesperre gegen Suat Corlu bei der Fortsetzung der Verhandlung aufgehoben. Der Prozess wegen Terrorvorwürfen gegen das Ehepaar wurde auf den 10. Jänner vertagt.

"Das bedeutet für meine Familie, dass sie endlich wieder zusammenkommen kann", sagte Tolu vor dem Justizpalast im Viertel Caglayan in Istanbul. Ihr dreijähriger Sohn könne nun endlich seinen Vater sehen. "Wir wurden auseinandergerissen und diese Phase hat eigentlich viel zu lange gedauert", sagte sie. "Wir haben jetzt unsere Freiheit erlangt."

Tolu kritisierte aber auch, das Verfahren gegen sie und ihren Mann sei "von Anfang an sehr ungerecht" gewesen. Ihr Mann Suat Corlu sagte, er freue sich, dass das "gesetzeswidrige Hindernis" der Ausreisesperre aus dem Weg geräumt wurde.

Der deutsche Generalkonsul Michael Reiffenstuel, der als Beobachter am Prozess teilnahm, begrüßte die Entscheidung ebenfalls. Sie berücksichtige das "Kindeswohl" und mache damit möglich, dass die Familie wieder zusammengeführt werde, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Der 33-Jährigen Tolu und ihrem Ehemann werden Verbindungen zur linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei MLKP vorgeworfen, die in der Türkei als Terrororganisation gilt. Die Journalistin hatte vergangenes Jahr bereits mehr als sieben Monate in U-Haft verbracht und war nach ihrer Freilassung im Dezember unter einer Ausreisesperre in der Türkei festgehalten worden. Erst Ende August hatte sie mit ihrem Sohn nach Deutschland fliegen dürfen. Ihr Mann musste bisher in der Türkei bleiben.

(APA/ag.)

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