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Messerstecher von Jerusalem wegen Mordes angeklagt

Gegen den ultraorthodoxen Juden, der bei der Jerusalemer Schwulenparade eine Jugendliche erstach und sechs weitere Teilnehmer verletzte, ist Mordanklage erhoben worden.

Der 39 Jahre alte Yishai Shlissel müsse sich in einem Prozess "wegen vorsätzlichen Mordes, sechsfachen Mordversuchs und schwerer Körperverletzung" verantworten, teilte das israelische Justizministerium am Montag mit. Zuvor war der religiöse Fanatiker einem psychiatrischen Gutachten unterzogen und für schuldfähig erklärt worden.

Shlissel lehnt, wie ein Teil der Ultraorthodoxen, den Staat Israel, seine Gesetze und Rechtsprechung ab und akzeptiert deshalb keine Strafverteidiger. Schon 2005 hatte er bei der Gay Pride Parade in Jerusalem mit einem Messer drei Menschen verletzt. Kurz vor dem erneuten Anschlag vor einem Monat war er nach einer zehnjährigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden.

Vor der Klageverlesung rechtfertigte der Beschuldigte erneut seine Tat, bei der die 16-jährige Shira Banki getötet wurde. "Wenn ihr Gutes für die tote Shira tun wollt, solltet ihr in Jerusalem oder anderenorts im Land Israel keine Schwulenparaden mehr veranstalten. Das wird ihre Seele zum Himmel erheben", zitierte das Armeeradio seine Einlassung vor Gericht.

In Israel war starke Kritik am Verhalten der Sicherheitskräfte laut geworden, weil es dem einschlägig Vorbestraften trotz erneuter Drohungen gelungen war, bis zu dem Umzug durch die Innenstadt vorzudringen. Die Polizei leitete eine interne Untersuchung ein, deren erste Folgerungen vom Minister für Innere Sicherheit, Gilad Erdan, als unzureichend zurückgewiesen wurden.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.04.2021 um 07:07 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/messerstecher-von-jerusalem-wegen-mordes-angeklagt-48133045

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