Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Mindestens 18 Tote bei Angriff im Kongo

Bei einem Angriff mutmaßlicher Rebellen in der Großstadt Beni im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Bei den Todesopfern handle es sich um 14 Zivilisten und vier Soldaten, sagte Armeesprecher Mak Hazukai am Sonntag. Zudem seien neun Menschen verletzt worden.

Armee und Augenzeugen machten die Rebellengruppe Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) für den Angriff vom Samstagabend verantwortlich. Beni und Umgebung seien "mit dem Terrorismus der ADF konfrontiert", die aus Uganda unterstützt werde, sagte Hazukai. Er forderte alle Kongolesen auf, sich zur Wehr zu setzen.

Die ADF kämpfte ursprünglich für den Sturz des ugandesischen Präsidenten Yoweri Museveni. In den 90er Jahren wurden sie aus dem Nachbarland Uganda vertrieben. Die muslimischen Rebellen sind nun hauptsächlich in der ostkongolesischen Unruheprovinz Nord-Kivu aktiv, sie gehen oft mit großer Brutalität vor.

Die UNO-Mission Monusco und die Regierung in Kinshasa machen die ADF für eine Serie von Gewalttaten in der Region Beni verantwortlich, bei denen seit Oktober 2014 Hunderte Menschen getötet wurden.

"Die Bevölkerung von Nord-Kivu muss zu sehr leiden", schrieb der niederländische Botschafter in Kinshasa, Robert Schuddeboom, nach dem jüngsten Angriff im Kurzbotschaftendienst Twitter. "An diesem Wochenende sind erneut viele Unschuldige gestorben."

Der Angriff ereignete sich nach Angaben von Augenzeugen am Samstagabend bei Einbruch der Dunkelheit in einem Viertel unweit des Stadtzentrums. "Es waren viele Angreifer, sie haben Freudenschreie ausgestoßen", sagte der Augenzeuge Kasero Mumbi. Auch Frauen und Kinder seien dabei gewesen. "Die Rebellen haben die Opfer mit Macheten zerstückelt", sagte Mumbi.

Ein Krankenhausarzt berichtete, bis nach Mitternacht sei Schusslärm zu hören gewesen. Ein weiterer Mediziner sagte, vier der Opfer seien in einem Taxi getötet worden.

Beni ist eine Handelsstadt mit mehreren hunderttausend Einwohnern. Dort sind seit August auch ausländische Entwicklungshelfer stationiert, um einen neuen Ebola-Ausbruch in Nord-Kivu einzudämmen.

(APA/ag.)

Aufgerufen am 14.12.2018 um 08:55 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/mindestens-18-tote-bei-angriff-im-kongo-60266572

Kommentare

Mehr zum Thema