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Mindestens neun Tote und Vermisste nach Unwetter in Italien

Mit schweren Überschwemmungen hat Venedig derzeit zu kämpfen. APA/AFP/Miguel MEDINA
Mit schweren Überschwemmungen hat Venedig derzeit zu kämpfen.

Die Bilanz der schweren Unwetter mit Starkregen und Sturmböen, die weite Teile Italiens betrafen, hat sich bis Dienstag weiter verschlimmert. Mindestens neun Personen kamen seit Montag ums Leben, einige Menschen sind vermisst, Dutzende weitere wurden verletzt. Schon am Sonntag waren mindestens fünf Menschen gestorben. 

Südlich von Rom und Neapel wurden am Montag vier Menschen durch umstürzende Bäume getötet, wie die Behörden mitteilten. Nahe der ligurischen Hafenstadt Savona wurde eine 88-jährige Frau durch ein herabfallendes Fassadenteil erschlagen. Ein Mann starb in Feltre in der Dolomiten-Provinz Belluno. Zu den Todesopfern zählt auch ein Feuerwehrmann aus dem Südtiroler St. Martin in Thurn. Er soll während des Einsatzes bei starkem Wind von einem Baum getroffen und dabei tödlich verletzt worden sein.

Tot aufgefunden wurde eine Frau, die nach einem Erdrutsch in Dimaro im Trentino als vermisst gemeldet worden war. Ihr Haus war von der Mure weggerissen worden. In Dimaro trat ein Wildbach über die Ufer, 200 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Zu den Todesopfern zählt auch ein 63-Jähriger aus Rimini. Der Kitesurfer wurde wegen des starken Windes gegen einen Felsen geschleudert, er erlag seinen schweren Wunden. Im süditalienischen Catanzaro wird ein Mann vermisst.

Berlusconi-Yacht beschädigt

Von den Unwettern besonders betroffen war am Dienstag die Region Ligurien. Der Flughafen von Genua wurde bis 14.00 Uhr geschlossen, alle Flüge wurden gecancelt. Auch alle Häfen Liguriens wurden über Nacht geschlossen. Ankommende Schiffe mussten vor der Küste auf ein Ende des Sturmes warten, teilte Präsident der Region, Giovanni Totti, am Montagabend in Genua mit.

Im Küstenort Rapallo, rund 30 Kilometer südöstlich von Genua, riss der Sturm mehrere Luxusjachten aus ihren Vertäuungen und ließ sie stranden. Beschädigt wurde auch eine Jacht von Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi. Der ganze touristische Hafen sei verwüstet, klagte der Bürgermeister Rapallos Carlo Bagnasco. Die Badeortschaft Portofino war isoliert, nachdem die Verkehrsachse, die zur Kleinstadt führt, schwer beschädigt worden ist. In ganz Ligurien waren 22.000 Haushalte ohne Strom.

Überschwemmungen in Venedig

In Venedig löste starker Schirokko-Wind im Zusammenspiel mit Hochwasser in der Lagune die als "Acqua Alta" bekannten Überschwemmungen aus. Der Markusplatz stand unter Wasser. Am Dienstag wurde Hochwasser bis zu 1,1 Meter erwartet. Die Lage entschärfte sich jedoch allmählich.

Auch in Rom gab es weiter starke Niederschläge und Wind. Bäume stürzten auf Autos und zertrümmerten sie. Über 7.000 Mal mussten die Feuerwehrmannschaften seit Montagvormittag in ganz Italien wegen der Unwettern ausrücken.

(APA)

(Quelle: S24)

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