Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Mittwoch fallen 1.000 Lufthansa-Flüge aus - Wien betroffen

Viele Lufthansa-Maschinen bleiben am Boden Salzburg24
Viele Lufthansa-Maschinen bleiben am Boden

Zum Ende der Ferienzeit kommt ein neuer Lufthansa-Ausstand wieder Tausenden Passagieren in die Quere. Wegen der auf die Kurz- und Mittelstrecke verlagerten Streiks sollen am Mittwoch 1.000 der 1.520 geplanten Lufthansa-Flüge ausfallen, wie das Unternehmen zu seinem Sonderflugplan mitteilte. Betroffen seien rund 140.000 von 180.000 gebuchten Kunden. In Wien fallen 20 Flüge aus.

Für innerdeutsche Verbindungen wurden die Fluggäste auf die Bahn verwiesen. Außerdem könnte das Unternehmen auch Jets anderer Gesellschaften aus dem Lufthansa-Konzern einsetzen. Erneut sollten betroffene Kunden gezielt über SMS und E-Mails informiert werden. Die Kunden würden weit über das erträgliche Maß hinaus von einer kleinen Gruppe der Beschäftigten belastet, kritisierte Konzernsprecherin Barbara Schädler die Piloten.

Zum Auftakt der 13. Streikrunde hatte die Gewerkschaft gedroht, dass ihre Mitglieder bei Europas größtem Luftverkehrskonzern bis zum Jahresende wöchentlich die Arbeit niederlegen könnten. Wörtlich sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Frankfurter Flughafen: "Bis auf Weiteres ist es jede Woche möglich, dass es neue Ausstände gibt. Ausgenommen davon ist vielleicht Weihnachten."

Am Frankfurter Flughafen war am Dienstag wie an anderen deutschen Airports nur wenig von den zunächst auf die Langstrecke beschränkten Pilotenstreiks zu spüren. Nur knapp die Hälfte der 170 Übersee-Verbindungen wurde abgesagt, allerdings fallen wegen der gestörten Umläufe auch am Mittwoch und Donnerstag noch dutzende Langstrecken aus.

Der Streik wird sich am Mittwoch auch auf den Flughafen Wien auswirken. "Nach derzeitigem Stand fallen 20 von 22 Flügen von und nach Wien aus, betroffen sind die Destinationen München und Frankfurt", sagte Airport-Sprecher Peter Kleemann am Dienstagnachmittag zur APA. Auch Flüge nach Graz wurden annulliert. Die Lufthansa-Tochter AUA setzt ab Wien größere Flieger ein.

"Wir empfehlen den Passagieren, sich bei der Fluglinie über den Status ihres Fluges zu informieren", so der Sprecher des Flughafens Wien. Die Lufthansa hat auf ihrer Webseite am Dienstagnachmittag den aktuellen Sonderflugplan für Mittwoch veröffentlicht. Dem zufolge sind auch vier Flüge zwischen Graz und Frankfurt gestrichen. Die Lufthansa-Verbindungen von und nach Linz, Innsbruck und Salzburg sollen hingegen planmäßig stattfinden.

Die Konzerntöchter Austrian Airlines (AUA), Swiss, Brussels sowie German- und Eurowings sind vom Streik der Lufthansa-Piloten nicht betroffen. Die AUA hilft ihrer Mutter mit größeren Flugzeugen aus. Nach Frankfurt etwa werden laut Stand Dienstagnachmittag zwei Rotationen mit einer Langstreckenmaschine des Typs Boeing 767 geflogen. "Damit können wir 220 Passagiere mehr befördern", so AUA-Sprecherin Sandra Bijelic zur APA. Nach München stockt die AUA von einem Airbus A319 auf einen größeren A321 auf.

Die scheibchenweisen Ankündigungen der VC zu den einzelnen Streikmaßnahmen stellten die Lufthansa-Planer zwar vor schwere, aber nicht unlösbare Aufgaben, sagte Schädler: "Wir haben bereits bei dem Streik im März gezeigt, dass wir das operativ hinkriegen." Für die Kunden sei aber jeder weitere Flugausfall unzumutbar. Nicht betroffen sind am Mittwoch nach den VC-Ankündigungen die Verbindungen der Tochter Germanwings. Deren Maschinen würden nur bestreikt, falls die Lufthansa sie als Ersatz für die eigenen Jets einsetzen sollte, erklärte die Gewerkschaft.

In den bisher zwölf Streikrunden des laufenden Tarifkonflikts hat die VC der Lufthansa nach deren Angaben rund 330 Mio. Euro an Schaden zugefügt. Offizieller Streikgrund bleiben die Übergangspensionen der etwa 5.400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

Es geht aber auch um die künftige Unternehmensstrategie mit der geplanten Billigschiene Eurowings. Lufthansa will hier ausschließlich Piloten einsetzen, die deutlich geringere Gehälter erhalten. In einer Reaktion lehnte es das Unternehmen ab, künftig noch mit der Tarifkommission der VC über dieses Thema zu sprechen.

Die Piloten hatten seit März nicht mehr gestreikt, sich im Sommer aber nicht mit der Lufthansa auf eine neue Tarifstruktur einigen können. Sie werfen dem Konzern Tarifflucht vor, weil bei Eurowings Arbeitsplätze zu günstigeren Konditionen ins Ausland verlagert werden sollen. Das Management begründet die Pläne mit dem hohen Kosten- und Konkurrenzdruck durch Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 22.04.2021 um 02:17 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/mittwoch-fallen-1-000-lufthansa-fluege-aus-wien-betroffen-48357457

Kommentare

Mehr zum Thema