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Moderne Version von "Romeo et Juliette" in St. Pölten

Kinder und Jugendliche aus Niederösterreich als Teil des Ensembles Salzburg24
Kinder und Jugendliche aus Niederösterreich als Teil des Ensembles

Ihre zweite Saison als künstlerische Leiterin des Festspielhauses St. Pölten hat Brigitte Fürle am Samstagabend mit "Romeo et Juliette" beschlossen, choreografiert von Josette Baiz und interpretiert von Kindern und Jugendlichen aus der Region sowie aus Südfrankreich und in Begleitung des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich (Dirigent: Niklas Willen). Eine spannende, emotional dichte Produktion.

Baiz, Gründerin und Leiterin von Groupe und Compagnie Grenade aus Aix-en-Provence, war bereits 2010 mit "Le Sacre" im Festspielhaus zu Gast. Für ihr romantisch-dramatisches Tanztheater zu Ausschnitten aus der Ballettmusik von Sergej Prokofjew stellte die Choreografin nun als Besetzung 25 Mitglieder ihres jungen Ensembles und über 30 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren aus Niederösterreich zusammen. Die Kinder traten in Julias Sterbeszene als weiße Engel auf. Seit Februar fanden vorbereitende Workshops unter der Leitung von Diana Costa und Karin Steinbrugger - die 2013 im Rahmen des partizipatorischen Tanz- und Musikfestivals "alles bewegt" mit Josette Baiz zusammengearbeitet hatte - im Festspielhaus statt.

"Zur Zeit des Dramas waren Romeo und Julia zwischen 14 und 16 Jahre alt, ein Alter, in dem Rebellion, Brutalität und radikale Einstellungen aufeinandertreffen. Ich wollte Tänzer im selben Alter auf die Bühne bringen, um die Gewalt und die Ohnmacht in der Pubertät noch besser zu veranschaulichen." Mit diesem Ansatz reüssierte Baiz bereits vor zwei Jahren in Aix, und auch in St. Pölten überzeugte das Konzept. Heutig und unmittelbar wirkt das Resultat. Dazu tragen auch die eingestreuten poetischen Texte von Frederic Nevchehirlian bei. Dass die stilistischen Ausdrucksformen eher an "West Side Story" und Breakdance-Elemente als an klassisches Inventar denken lassen, liegt auf der Hand. Auch dem Publikum - darunter naturgemäß etliche Eltern und Verwandte von Mitwirkenden - gefiel offenbar diese Sicht auf die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Weltliteratur.

(Quelle: S24)

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