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Moskau droht Reaktion auf US-Militärpräsenz in Osteuropa an

Russland droht mit massiven Konsequenzen auf die geplante Verstärkung der US-Militärpräsenz in osteuropäischen Staaten. "Russland wird nichts anderes übrig bleiben als seine Truppen und Streitkräfte an der westlichen Flanke zu verstärken", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, General Juri Jakubow, am Montag nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Die geplante Aufrüstung an der Grenze sei die aggressivste Maßnahme der USA und der NATO seit Ende des Kalten Krieges. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die USA erwägen, schweres Militärgerät in mehrere Länder Osteuropas und des Baltikums zu verlegen. Im Ernstfall hätten US-Soldaten ihr Material an Ort und Stelle. Ziel sei es, Russland von einer Aggression in Europa abzuschrecken.

Polen und Litauen bestätigten, es gebe mit der US-Regierung Gespräche über die Lagerung schwerer Waffen in ihren Ländern. Der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak erklärte in Warschau, er erwarte eine Entscheidung der USA in den kommenden Wochen. Der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek zeigte Verständnis für die Pläne für das Baltikum. Für das eigene Land äußerte er sich dagegen sich zurückhaltend: "In der Tschechischen Republik sehe ich aus militärischer Sicht keine Gründe für irgendeine Stationierung."

Der Sprecher der russischen Regierung Dmitri Peskow erklärte, solange die USA nicht offiziell zu den Plänen Stellung nehmen würden, wolle er den Vorgang nicht kommentieren. In osteuropäischen Staaten waren angesichts der Ukraine-Krise Sorgen entstanden, Russland könnte gegen die ehemaligen Sowjetrepubliken vorgehen.

In der Ukraine selbst nahm die Intensität der Kämpfe nach Regierungsangaben unterdessen zu. Bei Kämpfen im ostukrainischen Kriegsgebiet wurden mindestens zwei Soldaten getötet und 20 weitere verletzt worden. Das teilte Andrej Lyssenko von der Militärführung in Kiew am Montag mit. Auch der regierungstreue Gouverneur des Gebiets Luhansk, Gennadi Moskal, berichtete von Mörserbeschuss durch prorussische Separatisten.

Der Armeeführung zufolge wurden zudem Stellungen der Regierungstruppen zuletzt mehr als 100 mal von den Aufständischen beschossen. Die Gefechte konzentrierten sich demnach auf die Region nördlich des Donezker Flughafens sowie auf die Vororte Marjinka und Krasnohoriwka westlich der Großstadt. Die Aufständischen warfen den Regierungstruppen vor, ein Wohngebiet im Westen von Donezk unter Feuer genommen zu haben. Auch im Gebiet Luhansk berichteten die Separatisten von Verstößen gegen die eigentlich seit Februar geltende Waffenruhe.

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sprechen trotz des Minsker Friedensplans für den Donbass von einer Verschärfung der Lage. Seit Beginn der Kämpfe im April 2014 wurden nach UNO-Schätzungen mehr als 6.400 Menschen getötet.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.04.2021 um 06:01 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/moskau-droht-reaktion-auf-us-militaerpraesenz-in-osteuropa-an-47471770

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