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MS804: Weiter Unklarheit über EgyptAir-Absturz

Nach dem Verschwinden eines ägyptischen Flugzeuges über dem Mittelmeer sind nach Angaben von EgyptAir vorerst doch keine Wrackteile des Airbus A320 gefunden worden. Die entdeckten Gegenstände sind "nicht Teile unseres Flugzeuges", sagte der Vizepräsident der Fluglinie, Ahmed Adel, am Donnerstag (Ortszeit) dem US-Fernsehsender CNN. Auch am Freitagvormittag herrschte noch Rätselraten.

Adel korrigierte damit frühere Angaben seines Unternehmens, in denen der Fund von Flugzeug-Teilen vermeldet worden war. "Wir wurden eines Besseren belehrt, was die Trümmer angeht." "Was gefunden wurde, ist ein Stück Holz und Materialien, die nicht von einem Flugzeug stammen", sagte auch Behördenchef Athanasios Binis der Nachrichtenagentur AFP. Auch der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault gab am Freitag an, dass es noch  "absolut keinen Hinweis" auf die Umstände des Unglücks gäbe.

Wrackteile nahe Insel Karpathos geortet?

Zuvor hatte Griechenland Berichte aus Ägypten, wonach Wrackteile nahe der Insel Karpathos geortet worden seien, dementiert. Demnach hieß es auch, dass griechische Helfer die Suche auf Wunsch der Ägypter abgebrochen hätten. Dem Sender CNN sagte Adel, dass die Such- und Bergungsaktion weitergehe. Zunächst gab es keine Hinweise auf Überlebende des Absturzes. Österreicher befanden sich keine an Bord der Maschine.

EgyptAir: Flugzeug stürzt mit 56 Menschen an Bord ab

Die EgyptAir-Maschine mit 56 Passagieren und zehn Crew-Mitgliedern war in der Nacht auf Donnerstag über dem Mittelmeer von den Radarschirmen verschwunden. Das Flugzeug war etwa zehn bis fünfzehn Seemeilen im ägyptischen Luftraum in einer Höhe von 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter) ins Trudeln geraten, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos berichtete. "Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15 000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10.000 Fuß", sagte Kammenos, der von einem Absturz ausging. Einen Notruf setzten die Piloten nicht mehr ab.

Terrorangriff nicht ausgeschlossen

Möglicherweise wurde das Flugzeug aber auch Ziel eines Anschlags: Bei einer genauen Analyse des Vorfalls sei die Wahrscheinlichkeit eines "Terrorangriffs" höher als die eines technischen Versagens zu veranschlagen, sagte Ägyptens Luftfahrtminister Sherif Fathy in Kairo. Er warnte aber zugleich vor voreiligen Schlussfolgerungen.

Auch die USA gaben sich zurückhaltend: "Bisher haben wir niemanden, der sich dazu bekannt hat oder Beweise, dass es eine absichtliche Tat war", so der Direktor der US-Bundespolizei FBI, James Comey. "Wir wissen im Moment nicht, was die Ursache war. Es gebe bisher keine Erkenntnisse, die darauf hindeuten würden, dass es an Bord des Flugzeuges eine Explosion gegeben habe, erklärte eine Sprecherin des Pentagons in Reaktion auf Spekulationen, wonach der Absturz durch eine Explosion ausgelöst wurde.

Kein Notsignal spricht für plötzliches Ereignis

Ein Flugzeug gerät ins Trudeln, wenn der Auftrieb an den Tragflächen abreißt. Das Flugzeug dreht sich dann unter schnellem Höhenverlust immer wilder um die eigene Achse. Für das Trudeln kann es verschiedene Gründe geben - dass es kein Notsignal gab, spricht aber für ein plötzliches Ereignis wie etwa eine Explosion, sonst hätte die Cockpit-Crew wohl ein Notsignal gesendet. Sowohl in Ägypten als auch in Frankreich nahmen die Staatsanwaltschaften Ermittlungen auf.

In den vergangenen Monaten hat es bereits mehrere Zwischenfälle mit Flugzeugen aus Ägypten gegeben. Ende März hatte ein Mann mit einer Bombenattrappe eine Egyptair-Maschine nach Zypern entführt. Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen starben, bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

(APA)

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(Quelle: S24)

Aufgerufen am 18.09.2021 um 10:13 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/ms804-weiter-unklarheit-ueber-egyptair-absturz-52170235

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