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Mutmaßlicher Kindermörder in Hamburg weiter auf der Flucht

Ein zweijähriges Mädchen wurde in Hamburg getötet APA (dpa)
Ein zweijähriges Mädchen wurde in Hamburg getötet

Nach dem gewaltsamen Tod eines zweijährigen Mädchens in Hamburg ist der tatverdächtige Vater weiter auf der Flucht. "Wir fahnden mit allen Mitteln, die wir haben", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Es gebe weiterhin keine Anhaltspunkte, wo der 33-Jährige sein könnte. Das Mädchen war am Montagabend an einer Schnittverletzung am Hals gestorben.

Bereits vor der Tat seien Ermittlungsverfahren wegen anderer Vorwürfe gegen den Mann eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Dabei gehe es um eine Körperverletzung, die sich gegen einen Sohn der Mutter aus einer früheren Beziehung gerichtet habe. Der Bub habe aber keine körperlichen Schäden erlitten. In einem weiteren Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bedrohung. Diese Tat habe sich gegen die Ehefrau gerichtet.

Zweijähriger Kehle durchgeschnitten

Am Montagabend hatten Polizisten das Mädchen tot in der Wohnung der Familie im Stadtteil Neugraben-Fischbek gefunden. Die 32 Jahre alte Mutter war zur Polizeiwache gegangen, um ihren Mann wegen Bedrohung anzuzeigen. Als die Beamten die Wohnung betraten, entdeckten sie das tote Kind. Noch in der Nacht leitete die Polizei die Fahndung nach dem Vater ein.

Vater ist abgelehnter Asylwerber

Der 33-Jährige ist ein abgelehnter Asylbewerber aus Pakistan. Entsprechende Medienberichte bestätigte ein Sprecher der Ausländerbehörde am Mittwoch. Er hatte Ende 2011 in Hessen Asyl beantragt. Anfang 2012 wurde der Antrag abgelehnt. Im Juli 2012 war der Mann ausreisepflichtig, wurde aber weiter geduldet. Er lernte später seine Frau kennen, die er nach islamischem Recht heiratete. Warum der Mann in der Zwischenzeit nicht abgeschoben wurde, konnte der Behördensprecher nicht sagen.

Mann durfte wegen Familie bleiben

Nach der Geburt des Mädchens durfte der Pakistaner im Jänner 2016 nach Hamburg ziehen. Hier stellte er einen Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis, der den Angaben zufolge jedoch abgelehnt wurde. Dagegen legte der Vater Widerspruch ein. Sein Anwalt erreichte mit einem Eilantrag einen sogenannten Hängebeschluss des Verwaltungsgerichts, das heißt, der Mann durfte aufgrund der familiären Bindung vorerst nicht abgeschoben werden. Das sei nun obsolet, sagte der Sprecher des Hamburger Einwohnerzentralamts.

Polizei war mehrmals wegen häuslicher Gewalt vor Ort

Das Jugendamt im Bezirk Harburg betreute die Familie. Eine erste Aktendurchsicht habe ergeben, dass zwei Mal das Wort Kindeswohlgefährdung gefallen sei, sagte eine Sprecherin des Bezirksamts. Der Verdacht habe sich aber in beiden Fällen nicht bestätigt. Die Polizei war nach Angaben eines Sprechers mehrfach wegen häuslicher Gewalt gerufen worden. Eine Nachbarin hatte den 33-Jährigen am Dienstag als "hochaggressiv" bezeichnet.

(APA/dpa)

(Quelle: S24)

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