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Mutter tötet eigenes Kind in Haft in Rom

Die Kinder waren mit der Mutter inhaftiert (Symbolbild). VOGLPERSPEKTIVE.at
Die Kinder waren mit der Mutter inhaftiert (Symbolbild).

Eine Deutsche hat am Dienstag in einem römischen Gefängnis ihre beiden Kinder vermutlich eine Treppe hinuntergestoßen. Das wenige Monate alte Mädchen starb, der Bub wurde für hirntot erklärt. Es werde nun geprüft, ob dem Buben Organe für eine Spende entnommen werden könnten, teilte das Kinderkrankenhaus Bambino Gesù am Mittwoch in Rom mit.

Ermittelt wird wegen Doppelmordes. Italienische Parteien drängten, dass Kinder nicht mehr mit ihren Müttern im Gefängnis, sondern bei Pflegefamilien untergebracht werden. "Schluss mit Kindern im Gefängnis", forderte die Ex-Frauenministerin Mara Carfagna.

Mutter mit psychischen Problemen

Die Mutter, geboren 1985, saß wegen Drogendelikten in Haft und soll psychische Probleme gehabt haben. Auch die Kinder waren in dem Gefängnis untergebracht. Der Sohn soll nicht einmal zwei Jahre alt sein. "Meine Kinder sind jetzt frei", sagte sie ihrem Rechtsanwalt nach der Tat.

Laut italienischem Gesetz können Kinder unter drei Jahren mit ihren Müttern im Gefängnis bleiben, wenn keine alternative Unterkunftsmöglichkeiten bestehen. Ungefähr 60 Kinder befinden sich derzeit landesweit mit ihren Müttern hinter Gittern.

Mutter-Kind-Abteilungen auch in Österreich

Auch in Österreich gibt es spezielle Mutter-Kind-Abteilungen im Gefängnis. Sie bieten erziehungsberechtigten Müttern die Möglichkeit, ihre Kinder für zwei Jahre nach der Geburt selbst zu betreuen. In Ausnahmefällen ist dies bis zum dritten Lebensjahr möglich, wenn dadurch kein Nachteil für das Kind zu befürchten ist.

Staatsanwaltschaft sucht nach Vater

Die Frau soll wie ihre Kinder in München geboren sein, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Staatsanwaltschaft in Rom suche nun nach dem Vater der Kinder, der aus Nigeria stamme. Die römische Zeitung "Il Messaggero" berichtete, dass die Frau im August gefasst wurde, als sie auf dem Weg nach München gewesen sei.

Kinder in Haft getötet: Suspension

Nach der Tat in Italien hat Justizminister Alfonso Bonafede die Direktorin und die Vizedirektorin der weiblichen Abteilung des Rebibbia-Gefängnisses suspendiert. Auch der Vize-Chef der Gefängnispolizei in derselben Strafanstalt wurde freigestellt. Diskutiert wurde vor allem, ob Kinder wirklich mit ihren Müttern im Gefängnis untergebracht werden müssen.

(APA/dpa)

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