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Nach US-Angriff

IS-Anführer Al-Baghdadi ist tot

Der genaue Verbleib des IS-Anführers ist unklar
Bakr al-Bagdadi führte den IS seit 2010.

Der Chef der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), Abu Bakr al-Baghdadi, ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump in Syrien getötet worden. Baghdadi sei bei einer Operation von US-Spezialkräften in Nordwestsyrien getötet worden, sagte Trump am Sonntag in einer Ansprache im Weißen Haus. Auch zahlreiche seiner Kämpfer seien ums Leben gekommen.

US-Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen. Baghdadi sei gestorben, als er bei der Operation eine Sprengstoffweste zur Detonation gebracht habe. Dabei seien auch drei seiner Kinder getötet worden. Baghdadi "starb wie ein Hund", sagte Trump.

Al-Baghdadi flüchtet in Tunnel

Laut Schilderung des US-Präsidenten waren acht US-Hubschrauber an dem Ort gelandet, wo sich Baghdadi aufhielt. Der IS-Chef sei daraufhin in einen Tunnel geflüchtet, wobei er drei seiner kleinen Kinder mit sich "gezerrt" habe. Dann habe er die Sprengstoffweste detonieren lassen. Die US-Soldaten hielten sich laut Trump etwa zwei Stunden in dem Anwesen auf. Dabei hätten sie wichtiges Material gefunden, darunter über die "Zukunftspläne" des IS.

Der Kommandant der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, schrieb auf Twitter, Baghdadis Tod sei das Ergebnis einer über fünf Monate andauernden Geheimdienstzusammenarbeit gewesen. Der IS-Chef sei dann bei einer gemeinsamen Operation getötet worden. Die von der Kurdenmiliz YPG dominierten SDF waren bisher der wichtigste Verbündete der US-Streitkräfte im Kampf gegen den IS. Zuletzt geriet dieses Bündnis allerdings unter erheblichen Druck.

Kritik an Trump wegen Truppenabzugs

Trump steht seit Wochen im Visier der Kritik, weil er die US-Truppen aus dem nordsyrischen Grenzgebiet zur Türkei abgezogen hat. Damit ebnete er den Weg für eine türkische Offensive gegen die YPG in der Region. Trump wurde auch aus seiner eigenen republikanischen Partei vorgeworfen, die verbündete Kurdenmiliz im Stich gelassen zu haben.

Al-Baghdadi oftmals für tot erklärt

Der Aufenthaltsort des bereits mehrmals für tot erklärten IS-Chefs war unbekannt. Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist Baghdadi einer der meistgesuchten Terroristen der Welt gewesen. Zuletzt hatte der IS im April ein Video mit Baghdadi verbreitet, in dem er dem Westen mit Angriffen drohte.

Details über die Biografie von Abu Bakr al-Baghdadi, den selbst ernannten "Kalifen Ibrahim", sind mit Vorsicht zu genießen. Häufig lassen sie sich nicht verifizieren. Lange Zeit wusste kaum jemand, wie der Chef der Terrormiliz IS aussieht, da es nur zwei Fotos von ihm gab.

Wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats Ende Juni 2014 tauchte er dann völlig überraschend in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mossul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich lange nicht mehr. Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden. Erst im April - nach dem endgültigen Zerfall des vom IS ausgerufenen Kalifats - zeigte er sich noch ein zweites Mal in einem Video. Zwischendurch verbreitete der IS vereinzelt Audio-Botschaften seines Anführers.

(Quelle: Apa/Dpa)

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