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NEOS wollen Kindergarten und Volksschule "aus einem Guss"

Strolz will autonome Einrichtungen Salzburg24
Strolz will autonome Einrichtungen

Ein Bildungssystem für Drei- bis Zehnjährige "aus einem Guss" forderte NEOS-Chef Matthias Strolz am Montag vor Journalisten in Wien. Die Trennung zwischen Kindergarten und Volksschule müsse aufgebrochen werden. Es brauche autonome Einrichtungen, die miteinander kommunizieren, mehr Geld pro Kind und zusätzliche Mittel für Kinder von Eltern mit Pflichtschulabschluss.

Angesichts des Befundes, dass in Österreich etwa ein Fünftel der 15-jährigen nicht sinnerfassend lesen kann, sei klar, "dass es derjenige auch mit zehn Jahren nicht konnte", erklärten Strolz und die stellvertretende NEOS-Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger. Im Bereich der Drei- bis Zehnjährigen sei mindestens in den vergangenen 100 Jahren zu wenig geschehen. Im Zuge der "ideologischen Streitigkeiten" der vergangenen Jahrzehnte um die Gestaltung der Mittelstufe, sei die frühkindliche Bildung erneut "sträflich vernachlässigt" worden, so Strolz.

Es scheine, als herrsche in Österreich die Meinung, dass "kleine Kinder nur eine liebevolle Hand", nicht unbedingt aber eine professionelle pädagogische Betreuung brauchen. Das spiegle sich in Ausbildung und Bezahlung von Kindergärtnern und Volksschullehrern wieder, so Strolz, der universitäre Ausbildungen für alle forderte und keinen Grund sieht, warum in dem Bereich nicht besser bezahlt werden sollte. Schwer wiege auch, dass sich Kindergärten und Volksschulen "oft nur im Ansatz austauschen dürfen". Die Volksschulen würden daher meistens "bei null" anfangen.

2013 wurden pro Volksschüler in Österreich im Schnitt etwa 7.000 Euro aufgewendet, an AHS 8.700 Euro und an Hauptschulen und Neuen Mittelschulen (NMS) ungefähr 10.700 Euro. Diese Gewichtung sei "nur historisch erklärbar" und in Schweden etwa aus guten Gründen zugunsten der Volksschüler anders, so Strolz. Der NEOS-Chef möchte daher mehr Geld an den Beginn der Bildungskarriere bringen. Laut Meinl-Reisinger braucht es auch zusätzliche Mittel für Schüler, deren Eltern beispielsweise nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen. Über den Bildungsweg hinweg müsse dann "das Geld den Schülern folgen".

In Wien ortet die NEOS-Spitzenkandidatin für die bevorstehende Wahl einen "Bildungsnotstand". Mehr als die Hälfte der Schüler gehe in "sozial benachteiligte Schulen". Meinl-Reisinger erneuerte in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach einer Bildungs-Modellregion mit umfassender Autonomie für die Wiener Schulen.

(Quelle: S24)

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