Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Neue Ankunftswelle von Flüchtlingen in Ungarn erwartet

Erneut Welle von Flüchtingen in Österreich erwartet. AP
Erneut Welle von Flüchtingen in Österreich erwartet.

In Ungarn treffen nach Medienberichten kontinuierlich weiterhin neue Flüchtlinge aus Serbien ein. Dort wiederum kamen über das Wochenende 4.000 weitere Flüchtlinge an, wie der serbische TV-Sender RTS unter Berufung auf Behördenangaben berichtete. Dem Sender zufolge werden im Aufnahmelager Miratovac bei Presevo an der Grenze zu Mazedonien am Montag weitere Ankömmlinge erwartet.

Erneut haben sich Flüchtlinge in Ungarn zu Fuß auf den Weg Richtung Österreich gemacht, berichtete des ungarische Staatsfernsehen am Montag. Auf der Landstraße 14 sei eine große Gruppe unterwegs. Es handle sich um Flüchtlinge aus dem Aufnahmelager Röszke an der serbischen Grenze, die mit Bussen in das Lager Vamosszabadi bei Györ transportiert worden waren.

Die Flüchtlinge seien jedoch nicht in das Lager Vamosszabadi gegangen, sondern hätten sich sogleich auf den Weg zum Bahnhof in Györ gemacht. Polizisten begleiten demnach die Gruppe auf ihrem Marsch. Es komme zu Behinderungen im Straßenverkehr. Dem Vernehmen nach soll es sich um rund 300 Personen handeln, darunter viele erschöpfte Kinder.

Erneut haben sich Flüchtlinge in Ungarn zu Fuß auf den Weg nach Österreich gemacht./AP Salzburg24
Erneut haben sich Flüchtlinge in Ungarn zu Fuß auf den Weg nach Österreich gemacht./AP

16.000 Flüchtlinge am Wochenende in Österreich

Nach Österreich kamen nach neuen Angaben des Innenministeriums zwischen Freitagnacht und Montagfrüh knapp 16.000 Personen. Rund 15.000 reisten nach Deutschland weiter. "Wenige hundert" sind noch in Österreich, die meisten dürften aber ebenfalls noch die Fahrt Richtung deutscher Grenze antreten, hieß es.

Über 5.000 Flüchtlinge in Ungarn aufgegriffen

Die ungarische Polizei griff von Freitag bis Sonntag landesweit 5.386 Flüchtlinge auf, wie die ungarische Nachrichtenagentur (MTI) am Montag berichtete. Am Freitag seien es 2.181, am Samstag 1.002 und am Sonntag 2.203 gewesen. Die meisten von ihnen kamen über die Grenze zu Serbien im Raum Röszke.

Neue, strengere Gesetze ab 15. September in Ungarn

Laut Expertenmeinung ist der Zustrom deswegen so massiv, da in Ungarn am 15. September neue gesetzliche Regeln für einen erhöhten Grenzschutz in Kraft treten. Es werden Grenzjäger (speziell für den Grenzeinsatz ausgebildete Polizisten, Anm.) eingesetzt und der illegale Grenzübertritt als Straftat und nicht mehr als Verwaltungsübertretung geahndet. Auch soll das Heer zum Einsatz an den Grenzen kommen, wenn das Parlament demnächst über einen solchen Einsatz abstimmt.

Zugverkehr wieder nach Plan

Am Ostbahnhof in Budapest herrschte unterdessen Ruhe. Hier hielten sich am Montag in der Transitzone nur wenig Flüchtlinge auf. Auch die Polizeipräsenz dort wurde verringert. Laut den Ungarischen Staatsbahnen (MAV) soll der internationale Zugverkehr ab dem (heutigen) Montag wieder nach dem alten Fahrplan verlaufen, so dass kein Umsteigen in Hegyeshalom mehr erforderlich sei.

Serbien mit Hilfe bald am Ende

Serbien warnte am Montag, dass seine Vorräte für Hilfe an Flüchtlinge am Ende seien. Man brauche größere Finanzhilfe, um die Richtung EU-Staaten ziehenden Flüchtlinge zu versorgen, erklärte Arbeitsminister Aleksandar Vulin gegenüber RTS. Außenminister Ivica Dacic kritisierte unterdessen die EU, der er vorwarf, mit zweierlei Maß in der Krise zu messen. "Wenn Finanzmittel verteilt werden, dann sind wir kein EU-Mitglied, wenn Flüchtlingsquoten zur Debatte stehen, gehören wir dazu", klagte Dacic am Sonntag.

20.000 Flüchtlinge in 48 Stunden in München

Am Münchner Hauptbahnhof kamen am Wochenende deutlich mehr Flüchtlinge aus Ungarn via Österreich an als erwartet, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. Man gehe allein für den Sonntag von 13.000 aus, sagte Simone Hilgers, Sprecherin der Bezirksregierung von Oberbayern, am späten Sonntagabend in München. Zusammen mit den 6.900 am Samstag gekommenen Flüchtlingen bedeutet das die Ankunft von fast 20.000 Menschen binnen 48 Stunden. Zunächst waren die Behörden von maximal 14.000 Menschen ausgegangen, dann aber waren weitere Züge eingetroffen.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 10:45 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/neue-ankunftswelle-von-fluechtlingen-in-ungarn-erwartet-48345079

Kommentare

Mehr zum Thema