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Juni war noch nie so heiß

Neue Hitzerekorde in Spanien und Frankreich

Südeuropa ächzt bei mehr als 44 Grad

Die schlimmste Juni-Hitzewelle seit 1950 in Spanien hat Thermometer am Samstag örtlich auf mehr als 44 Grad steigen lassen. Eine wirkliche Abkühlung gab es auch nachts nicht, in weiten Teilen des Landes sanken die Temperaturen nach dem Untergang der Sonne kaum auf 20 Grad ab. Auch in Frankreich wurden Rekord-Temperaturen erwartet. Der Wetterdienst sprach von "einer wirklichen Ausnahmesituation". Halb Griechenland blieb unterdessen verregnet, nächste Woche soll Hitze folgen.

In den Städten Spaniens suchten die Menschen oft in Brunnen, Eissalons und klimatisierten Einkaufszentren nach Abkühlung, wie Medien berichteten. Die Strände an der Mittelmeer- und auch an der Atlantikküste waren teils schon am frühen Samstagvormittag voll. Der Rekord dieser Hitzeperiode wurde am Freitag im andalusischen Andújar mit 44,2 bis 44,3 Grad registriert. Zum Vergleich: In Salzburg werden am Sonntag bis zu 36 Grad erwartet.

symb_Sommer, symb_Sonne, symb_Hitze Salzburg APA/BARBARA GINDL

Wenn die Hitze zur Todesfalle wird

Angesichts des Hitze-Wochenendes mahnen Einsatzorganisationen wie das Rote Kreuz zu umsichtigem Umgang mit den extremen Temperaturen sowie vor der "Todesfalle Auto": Die Sonne könne …

37 Grad auf Mallorca 

Besonders heiß sollte es am Samstag nach Angaben des Wetterdienstes Aemet mit 40 bis 42 Grad vor allem in den Regionen Katalonien, Navarra und Baskenland im Nordosten und Norden des Landes sowie in Andalusien im Süden werden. Auch sonst war es alles andere als kühl: In der Hauptstadt Madrid sollte die Quecksilbersäule am Samstag auf bis zu 39 Grad klettern. Auf der Ferieninsel Mallorca wurden bis zu 37 Grad erwartet. Sogenannten tropische Nächte bringen die Spanier um den Schlaf.

Waldbrände wüten in Spanien

Die Hitze und die Trockenheit begünstigten den Ausbruch zahlreicher Waldbrände, die nach amtlichen Angaben in verschiedenen Teilen Spaniens in wenigen Tagen bereits gut 25.000 Hektar zerstörten. Das entspricht einer Fläche von etwa 35.000 Fußballfeldern. Am Samstag loderten die Flammen vielerorts noch unkontrolliert. Am schlimmsten war die Lage am Gebirgszug Sierra de la Culebra unweit der Grenze zu Portugal im Nordwesten Spaniens, wo schon 20.000 Hektar Wald vernichtet und 1.700 Menschen in Sicherheit gebracht wurden.

Die Hitzewelle werde ab Sonntag nach einer guten Woche deutlich abklingen, kündigte Aemet an. In Madrid etwa soll es noch rund 30 Grad geben. Auf Mallorca und in Navarra werden Einheimische und Urlauber noch mindestens bis Montag bei Temperaturen von bis zu 37 Grad weiter kräftig schwitzen.

Hitzeperioden nehmen in Spanien zu, sagte Aemet-Sprecher Rubén del Campo. Der absolute Rekord wurde im vorigen August in Montoro in Andalusien gemessen: 47,4 Grad. Diese Entwicklung sei auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen. Man werde sich nicht wundern dürfen, wenn irgendwann die 50-Grad-Marke erreicht werde, warnte del Campo im Interview der Zeitung "La Vanguardia".

Auch Frankreich ächzt unter Hitzewelle

Zum Höhepunkt der Hitzewelle in Frankreich wurden am Samstag Spitzentemperaturen von bis zu 43 Grad, flächendeckend 35 bis 39 Grad erwartet. Verbunden mit der schon länger anhaltenden großen Trockenheit herrschte große Waldbrandgefahr, immer wieder rückte die Feuerwehr zu Brandherden in der Natur aus. Im südfranzösischen Departement Tarn brachen alleine am Samstag drei Brände aus, wie die Präfektur mitteilte.

Bei extremer Hitze starben bereits am Freitag zwei Pensionisten an der Westküste am Strand von Pornichet, wie der Sender France Info berichtete. Ein 80-Jähriger hatte sich bei praller Sonne auf sein Handtuch gelegt. Als er sich nicht mehr bewegte, riefen andere Strandgäste um Hilfe. Der Mann erlitt offenbar einen Hitzschlag. Zwei Stunden später sackte ein 82-Jähriger tot im Wasser zusammen. Bei einer Wassertemperatur von 16 Grad und einer Lufttemperatur von 35 Grad wurde ein tödlicher Kälteschock vermutet.

Ab der Nacht auf Sonntag wird in Frankreich von der Atlantikküste kommend mit Unwettern gerechnet, die später weitere Landesteile erfassen. Örtlich könnten diese Unwetter von heftigen Windstößen und starken Gewittern begleitet werden. Gerechnet wird mit einem Ende der Hitzewelle, die sich lediglich in Ostfrankreich noch länger halten wird.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 24.09.2022 um 10:26 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/neue-juni-hitzerekorde-in-spanien-und-frankreich-122964940

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