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Niki-Pleite: Crews bangen um Gehalt

Die Niki-Crew hofft, bei anderen Airlines unter die Flügel genommen zu werden. APA/GEORG HOCHMUTH
Die Niki-Crew hofft, bei anderen Airlines unter die Flügel genommen zu werden.

Die Piloten und Flugbegleiter der insolventen Fluglinie Niki wissen nicht, wie es weitergeht. Zu viele Fragen sind bisher offen. Denn auch wenn andere Airlines bereits Jobs angeboten hätten, müssten viele damit rechnen, ohne Job auf der Straße zu stehen, fürchtet der Verband der Verkehrspiloten (ACA).

"Ob und wann sie ein Gehalt bekommen, kann aus heutiger Sicht noch gar nicht beantwortet werden", so der Verband. Dem österreichischen Pilotenverband erscheint es zur Stunde am wichtigsten, dass sich für die Kollegen der Niki-Cockpits die Frage nach einer neuen Beschäftigung rasch beantworten lässt. In diesen Stunden und Tagen sei dies für viele Piloten und das Kabinenpersonal der existenzielle Gedanke.

Flugpersonal stand unter großem Druck

Deshalb unterstütze der ACA alle Anstrengungen von Arbeitgebern, Gewerkschaft und Betriebsräten, um rasch eine Wiederbeschäftigung zu ermöglichen. Das Flugpersonal habe in den vergangenen Monaten, - wegen der ungewissen Zukunft bereits unter großem psychischem Druck - extremer Belastung standgehalten, konstatierte ACA-Präsidentin Isabel Doppelreiter.

AUA beschleunigt Bewerbungsverfahren

Donnerstagmittag hat die österreichische Lufthansa-Tochter AUA (Austrian Airlines) Piloten, Flugbegleitern, Technikern und Verwaltungsangestellten von Niki angeboten, sich bei der AUA zu bewerben. Bewerbungsverfahren würden dafür beschleunigt. Die Airline sucht mehrere hundert ausgebildete Piloten und Flugbegleiter. Auch Eurowings wirbt um Niki-Leute, in Österreich auch für die Standorte Wien und Salzburg. Am Abend erklärte zudem die Westbahn, Niki-Leute als Stewards und Stewardessen beim Bahnunternehmen anwerben zu wollen.

Flugzeuge bleiben zumindest sieben Tage am Boden

Niki-Betriebsratschef Stefan Tankovits sagte am Freitag im ORF-Morgenjournal, die Zeit dränge, die Fluglizenz stehe für sieben Tage ruhend. Man unterstütze den Bieterprozess und strebe einen geordneten Übergang an.

Lauda will mit Insolvenzverwalter reden

Niki Lauda, der die Fluggesellschaft Niki gegründet und später an Air Berlin verkauft hat, ist weiter an einer Übernahme interessiert und will heute in Deutschland mit dem Insolvenzverwalter reden. Niki sei insolvent, werde noch sieben Tage vom Flugbetrieb am Leben erhalten. Er werde heute versuchen herauszufinden, wie schnell man eine Übernahme über die Bühne kriegen könnte. Falls das in sieben Tagen gelingen könnte, dann stünden auch die Slots - also die Start-und Landerechte - noch zur Verfügung, sagte Lauda Donnerstagabend in der "ZiB2". "Zeit ist jetzt das Problem." Durch die Insolvenz sei Niki nun von Altlasten und Schulden befreit.

(APA)

Aufgerufen am 12.12.2018 um 02:42 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/niki-pleite-crews-bangen-um-gehalt-57566716

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