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Niki soll ab März wieder fliegen

Niki Lauda will bereits im März wieder abheben. APA/BARBARA GINDL
Niki Lauda will bereits im März wieder abheben.

Wie viel Geld Ex-Rennfahrer Niki Lauda für den Kauf der von ihm gegründeten Fluglinie Niki in die Hand genommen hat, bleibt vorerst geheim. Es sei Stillschweigen über die Details vereinbart worden, sagte Lauda am Dienstag in einem Interview mit Oe24 TV. Der Flugbetrieb soll Ende März wieder aufgenommen werden.

Erst um halb fünf Uhr in der Früh sei alles unterschriftsreif gewesen, so Lauda. "Es war eine lange Nacht, um es kurz zu sagen", erklärte Lauda am Telefon dem "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner. "Jetzt muss ich alles organisieren und den Niki-Mitarbeitern erklären, wie wir die Niki über Laudamotion neu aufstellen werden." Lauda hatte 2003 Teile der insolventen deutschen Fluggesellschaft Aero Lloyd übernommen und daraus Niki bzw. "flyniki" geformt. Niki sei immer sein Herzblut gewesen, sagte Lauda, der nun bereits zum insgesamt vierten Mal zum Airlineunternehmer wird.

15 Flugzeuge sollen ab März fliegen

Lauda erklärte, mit 15 Flugzeugen zu Beginn des Sommerflugplans Ende März wieder abzuheben. Zunächst werde man jene Strecken bedienen, die von den Slots vorgegeben sind. Lauda will sich vor allem auf den touristischen Sektor konzentrieren und als Ferienflieger punkten. Lauda betonte auch, von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) unterstützt worden zu sein.

Deal soll Dienstag bzw. Mittwoch abgeschlossen sein

Gläubigerschützer Gerhard Weinhofer von Creditreform ist mit dem Ergebnis zufrieden. "Wir haben den Bestbieter in einem offenen und transparenten Prozess gefunden", sagte Weinhofer zur APA. "Es ist das beste Ergebnis für die Gläubiger mit den geringsten Unwägbarkeiten rechtlicher Natur erzielt worden." Für die offizielle Genehmigung seien noch einige Formalitäten zu erledigen. Noch heute oder spätestens morgen werde aber alles "im Trockenen" sein.

Lauda bot mehr als 36,5 Millionen Euro

Die Quote für die Gläubiger ist noch offen. Lauda hatte diesmal mehr geboten als jene 36,5 Millionen Euro, die IAG beim schlussendlich gescheiterten Zuschlag auf den Tisch gelegt hatte. Die genaue Summe wird wegen des vereinbarten Stillschweigens nicht bekannt gegeben.

Der britisch-spanische IAG-Konzern hat indes bedauert, nicht den Zuschlag bekommen zu haben. "IAG ist enttäuscht, dass Niki nicht in der Lage sein wird, sich als Teil der Gruppe zu entwickeln und zu wachsen", teilte der Konzern in einer kurzen Mitteilung in London mit. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, ob es gegen die Entscheidung vorgehen will.

Lauda muss noch Flugzeuge besorgen

Vor dem geplanten Neustart muss sich Lauda aber noch die Flugzeuge sichern. Der Lufthansa-Konzern hat am Dienstag nämlich der Darstellung Laudas widersprochen, dass er sich bereits 15 der 21 früheren Niki-Flieger gesichert habe, die zwischenzeitlich in den Besitz der Lufthansa gewechselt waren. Ein Pressesprecher der AUA-Mutter bestätigte in Frankfurt zwar entsprechende Verhandlungen mit Lauda und anderen Bietern, betonte aber: "Eine abschließende Vereinbarung liegt noch nicht vor."

Lufthansa muss Niki-Flieger weiterreichen

Die Lufthansa hatte über ihre Tochter Eurowings Niki im Zuge der Air-Berlin-Pleite zunächst selbst übernehmen wollen, wurde dabei aber aus Wettbewerbsgründen von der EU-Kommission gestoppt. Die Kartellwächter verpflichteten die Lufthansa zudem, die zwischenzeitlich erworbenen Niki-Flieger zu marktüblichen Konditionen an den späteren Erwerber weiterzureichen. Vor diesem Hintergrund hatte Lufthansa zunächst mit der IAG-Tochter Vueling verhandelt, die nach dem ersten, in Deutschland geführten Niki-Insolvenzverfahren den Zuschlag erhalten sollte. Mit Eröffnung des zweiten Verfahrens in Österreich hatte es dann zusätzliche Gespräche mit Lauda, Ryanair und anderen Interessenten gegeben, so der Sprecher.

Interresse von TUI, Thomas Cook und anderen

Der deutsche Airline-Experte Gerald Wissel von der Hamburger Beratungsgesellschaft Airborne sagte gegenüber der dpa, Lauda werde versuchen, die ohnehin schon günstige Kostenstruktur noch weiter zu verbessern. Lauda habe im Vorfeld seines Angebots ausführliche Gespräche mit Touristikanbietern geführt, die nun größere Kontingente für ihre Gäste bei der Niki buchen dürften, sagte Wissel. In erster Linie komme dafür der deutsch-britische Konzern Thomas Cook infrage, aber auch TUI und andere Anbieter hätten ein Interesse an einem Ferienflieger außerhalb des Lufthansa-Konzerns.

"Das birgt durchaus die Chance, durch Fusionen einen größeren Ferienflieger zu begründen", meinte Wissel. Sowohl Thomas Cook als auch die TUI hätten Probleme mit den Kostenstrukturen ihrer eigenen Fluggesellschaften und ein großes Interesse an einem Konkurrenzangebot zur Lufthansa-Tochter Eurowings.

Gewerkschaft will über Kollektivvertrag verhandeln

Die Gewerkschaft GPA-djp kündigte bereits an, mit Lauda einen Kollektivvertrag verhandeln zu wollen. "In diesem Sinne werden wir Neo-Eigentümer Lauda raschest kontaktieren, um einen ersten Termin zu vereinbaren", erklärte Gewerkschafter Karl Dürtscher in einer Aussendung.

Der deutsche Insolvenzverwalter Lucas Flöther, der Niki an IAG bzw. deren Billigtochter Vueling verkaufen wollte, äußerte sich am Dienstag nicht zum Deal mit Lauda. Man gebe zu laufenden Investorenprozessen grundsätzlich keinerlei Stellungnahme ab. Er lobte aber die Zusammenarbeit mit der österreichischen Masseverwalterin Ulla Reisch, sei "ein schönes Beispiel österreichisch-deutscher Kooperation auf dem Gebiet des internationalen Insolvenzrechtes".

(APA)

(Quelle: S24)

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