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Nordkoreanischer Raketentest gescheitert

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test ballistischer Raketen APA (AFP)
UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test ballistischer Raketen

Ein neuer Raketentest Nordkoreas ist nach Angaben des US- und südkoreanischen Militärs fehlgeschlagen. Der Flugkörper sei nur wenige Sekunden nach dem Start am Mittwoch explodiert, erklärte ein südkoreanischer Militärvertreter. Abgefeuert wurde die Rakete demnach in der Nähe der Stadt Wonsan an der nordkoreanischen Ostküste, wo bereits im vergangenen Jahr wiederholt Raketen getestet wurden.

Der neue Test dürfte die Spannungen in der Region weiter verschärfen. Er wurde von Händlern als ein Grund bezeichnet, weshalb die Börse in Tokio schwächer schloss. Aus Pjöngjang wurde unterdessen vermeldet, dass kommenden Monat Nordkoreas Parlament zu einer seiner seltenen Sitzungen zusammentritt.

Wenige Sekunden nach Zündung explodiert

"Die Rakete explodierte offenbar unmittelbar, nachdem sie von der Abschussrampe abhob", sagte ein südkoreanischer Militärvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Auch ein Sprecher des US-Pazifik-Kommandos sagte, der Flugkörper sei wohl wenige Sekunden nach der Zündung explodiert. Das Verteidigungsministerium in Seoul kündigte eine Prüfung an. Unklar war, um welchen Raketentyp es sich handelte.

Allein in diesem Monat hat Nordkorea nach japanischen Angaben vier Raketen ins Meer abgefeuert. Der neue Test war möglicherweise eine Reaktion auf das jährliche gemeinsame Militärmanöver Südkoreas und der USA. Die USA haben rund 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert.

Nordkorea provoziert mit Raketentests

Nordkorea provoziert mit Raketentests die Weltgemeinschaft. Im vergangenen Jahr unternahm das Land zwei Atomwaffentests und eine Reihe von Raketentests und verstieß damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Zuletzt testete Pjöngjang nach Angaben staatlicher Medien erfolgreich einen neuen Raketenantrieb.

Die wachsende Anzahl von Raketentests des weitgehend abgeschotteten kommunistischen Staats sorgt nicht nur beim südlichen Nachbarn für Besorgnis. Das umstrittene Raketenprogramm war auch eines der wichtigsten Themen bei Besuchen von US-Außenminister Rex Tillerson in der vergangenen Woche in Japan, Südkorea und China.

USA: Geduld mit Nordkorea am Ende

Tillerson erklärte in Seoul, dass die "strategische Geduld" mit Nordkorea am Ende sei und alle Optionen, darunter auch eine militärische, auf dem Tisch lägen. Bei seinem Besuch in China schlug er allerdings deutlich versöhnlichere Töne an. Nach einem Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi am Samstag sagte er, die USA und China wollten zusammenarbeiten, um die Regierung in Pjöngjang von ihrem Kurs abzubringen.

Das chinesische Außenministerium erklärte am Mittwoch, es habe die Berichte über einen fehlgeschlagenen Raketentest in Nordkorea "zur Kenntnis" genommen. Alle "relevanten Seiten" müssten sich jetzt in Zurückhaltung üben. "Der koreanische Atomstreit hat sehr komplexe Dynamiken und Hintergründe", sagte Ministeriumssprecherin Hua Chunying vor Journalisten. Dies liege in den "Differenzen" zwischen Nordkorea und den USA begründet und "im Fehlen gegenseitigen Vertrauens".

China fordert Entschärfung

Hua forderte Washington und Pjöngjang zur Entschärfung des Konflikts auf: "Diejenigen, die den Knoten gebunden haben, sollten auch diejenigen sein, die den Knoten aufschnüren." Die chinesische Regierung ist erbost darüber, dass die US-Armee kürzlich mit der Stationierung ihres Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea begonnen hatte.

Am Mittwoch berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA, die Volksvertretung werde am 11. April in der Hauptstadt Pjöngjang zusammentreten. Angaben zur Tagesordnung wurden wie üblich nicht gemacht.

Kim untermauert absolute Machtposition

Das nordkoreanische Parlament tritt nur ein oder zwei Mal im Jahr zusammen, meist für einen Tag. Im Ausland werden die Sitzungen, bei denen oft wichtige politische und wirtschaftliche Entscheidungen der Führung unter Machthaber Kim Jong-un abgesegnet werden, aufmerksam verfolgt.

Zuletzt hatte das Parlament im Juni vergangenen Jahres getagt. Damals wurde Kim zum Vorsitzenden einer neuen obersten Regierungskommission ernannt, womit seine absolute Machtposition im Land untermauert wurde.

(APA/dpa/ag.)

(Quelle: S24)

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