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Terror in Neuseeland

"Normaler weißer Mann" mit mörderischem Hass auf Muslime

Terrorakt, Christchurch, Neuseeland APA/AFP
In Christchurch kamen 49 Menschen ums Leben.

Er beschreibt sich selbst als "normalen weißen Mann". Und tatsächlich scheint der Australier Brenton Tarrant ein durchschnittliches Leben geführt zu haben - bis er zu längeren Reisen nach Europa und Asien aufbrach und als Rechtsextremer voller Hass auf Muslime zurückkehrte. Dieser mörderische Hass entlud sich nun im neuseeländischen Christchurch: Bei Angriffen auf zwei Moscheen während des Freitagsgebets erschoss Tarrant 49 Menschen.

Kurz vor dem Anschlag veröffentlichte der 28-Jährige im Internet ein 74-seitiges "Manifest", in dem er die Motive für seine Tat darlegt. Die teilweise wirren und weitschweifigen Ausführungen zeigen, wie sehr die Verschwörungstheorien der rechtsextremen Bewegungen inzwischen um sich greifen. Tarrant beschreibt sich in dem Dokument als "faschistisch" und "rassistisch". Während seines ersten Auftritts vor Gericht am Samstag machte er die typische Geste der rechtsextremen "White-Power"-Bewegung.

Vor seiner Bluttat war Tarrant den Behörden offenbar nicht aufgefallen. Er selbst berichtet, er sei er als Arbeiterkind im kleinen australischen Ort Grafton im Osten des australischen Bundesstaats New South Wales aufgewachsen. Seine Kindheit und Jugend sei "normal" verlaufen, "ohne Probleme". Nur knapp schaffte er demnach den Oberschulabschluss. Tarrant ließ sich zum Fitnesstrainer ausbilden und begann 2009 einen Job in einem örtlichen Fitness-Center.

Reisen sollen Christchurch-Täter verändert haben

Medienberichten zufolge starb Tarrants Vater 2010 an Krebs. Seine Mutter und eine Schwester sollen hingegen bis heute in Grafton leben.

Die Besitzerin des Fitness-Centers, Tracey Gray, beschreibt Tarrant als hart arbeitenden Angestellten. Nach seinen Reisen, die ihn offenbar bis nach Pakistan und Nordkorea führten, sei er ein anderer Mensch gewesen: "Während der vielen Jahre, die er im Ausland verbrachte, muss sich etwas in ihm verändert haben", sagte Gray dem australischen Rundfunksender ABC. "Irgendetwas muss ihn nicht mehr losgelassen haben, Erlebnisse vielleicht, oder eine Gruppe".

"Schock" über "Invasion" der französischen Städte

Tarrant schreibt in seinem Manifest, ihm sei zum ersten Mal im April oder Mai 2017 während seiner Reisen durch Westeuropa die Idee gekommen, einen Anschlag zu verüben. Er beschreibt seinen "Schock" über die angebliche "Invasion" der französischen Städte durch Einwanderer und seine "Verzweiflung" über die Niederlage von Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich.

2011 kündigte Tarrant seinen Job als Fitnesstrainer. Das Geld für seine Reisen stammte nach seinen Angaben aus "Investitionen" in BitConnect, ein Unternehmen, das ein betrügerisches Pyramidensystem mit Kryptowährung unterhielt, bis es Anfang 2018 in sich zusammenbrach.

Manifest nennt Norweger Breivik als Inspiration

Auf seinen Tatwaffen, die Tarrant legal erworben hatte, hatte er die Namen von historischen Militärs geschrieben, die an der Tötung von Muslimen beteiligt waren. In seinem Manifest erwähnt er zudem Namen von bekannten Rechtsextremen und Faschisten, wie etwa den Norweger Anders Behring Breivik, den er als Inspiration für seine Tat nennt.

Ob und mit welchen rechtsextremen Vertretern der 28-Jährige während seiner Reisen möglicherweise Kontakt hatte, ist noch unklar. Die türkischen Behörden wollen nun seine zahlreichen Aufenthalte in der Türkei näher untersuchen. Auch Bulgarien kündigte Ermittlungen an, dort soll sich Tarrant im vergangenen November aufgehalten haben. Damals soll er auch Rumänien und Ungarn besucht haben, zwei Jahre zuvor war er offenbar in den Balkanländern Serbien, Kroatien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.07.2019 um 07:57 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/normaler-weisser-mann-mit-moerderischem-hass-auf-muslime-67341412

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