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Notre-Dame in Flammen

Großteil der Schätze gerettet

Keine Ermittlungen wegen Brandstiftung

20190416_PD0657.HR.jpg AFP/STEPHANE DE SAKUTIN/BERTRAND GUAY
Am Tag danach werden die Ausmaße des Brandes sichtbar.

Nach dem Großbrand in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame besteht nach Angaben des französischen Innenministeriums immer noch Einsturzgefahr. Da die "Brandgefahr" mittlerweile gebannt sei, müsse nun geklärt werden, wie die "Bausubstanz" der Kirche dem Feuer standhalten werde, sagte Innenstaatsekretär Laurent Nunez Dienstag früh vor Journalisten.

Experten und Architekten sollen seinen Angaben zufolge in Kürze darüber beraten, ob die Kathedrale "stabil" sei und die Feuerwehr ihre Arbeit im Inneren fortsetzen könne. Ein Feuerwehrsprecher hatte in der Nacht von "dramatischen" Schäden gesprochen: Die Flammen zerstörten demnach weite Teile des Daches und brachten einen Kirchturm zum Einsturz. Die Struktur der gotischen Kathedrale und die Fassade mit den beiden Haupttürmen konnten demnach aber gerettet werden. Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr befürchtet, die gesamte Kirche könnte einstürzen.

Drei Leichtverletzte bei Löscharbeiten

Bei dem verheerenden Brand sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen leicht verletzt worden. Dabei handle es sich um zwei Polizisten und einen Feuerwehrmann, teilte die Pariser Feuerwehr Dienstag früh mit. Die Struktur der Kathedrale sei nach neun Stunden "erbittertem Kampf" erhalten, die wichtigsten Kunstwerke habe man retten können.

Großbrand in Kathedrale Notre Dame - Erweiterung =.jpg APA

Notre-Dame: Großteil der Schätze gerettet

Der größte Teil der religiösen und künstlerischen Schätze konnte aus der brennenden Pariser Kathedrale Notre-Dame gerettet werden. Die für Katholiken sehr wertvolle Dornenkrone und andere Gegenstände seien im Pariser Rathaus untergebracht worden, sagte Frankreichs Kulturminister Franck Riester dem Sender LCI Dienstag früh.

Es habe die reale Gefahr bestanden, dass der Nordglockenturm bei dem Brand zerstört wird, erklärte der Minister. "Und das hätte dann zur völligen Zerstörung von Notre Dame de Paris geführt." Der außergewöhnliche Mut der Feuerwehr habe das verhindert. Nun müsse man an den Wiederaufbau denken. "Wir haben immer noch die Fachkenntnis, ein solches Gebäude zu bauen."

Brand seit Dienstagfrüh unter Kontrolle

Die Flammen verwüsteten kurz vor Ostern den Sakralbau, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Die Feuerwehr brachte es in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Abend erklärt, das Schlimmste sei verhindert worden.

Großbrand in Kathedrale Notre Dame =.jpg APA
Der Großteil des Dachstuhls wurde bei dem Brand zerstört.

Keine Ermittlungen wegen Brandstiftung

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat angesichts des verheerenden Feuers in der Kathedrale Notre Dame Ermittlungen aufgenommen. Dabei wird die Spur eines Unfalls verfolgt. Wie die Staatsanwaltschaft Dienstag früh in Paris bestätigte, drehen sich die Ermittlungen um eine "unbewusste Zerstörung" durch Feuer. Von möglicher Brandstiftung war keine Rede.

Nach ergänzenden Medienberichten könnte der Brand durch Bauarbeiten auf dem Dach der Kirche ausgelöst worden sein. Die Staatsanwaltschaft nahm zu dieser Annahme keine Stellung.

Familie spendet 100 Mio. Euro für Wiederaufbau

Die französische Milliardärs-Familie Pinault hat 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau versprochen. Das kündigte der Geschäftsmann Francois-Henri Pinault in einer Mitteilung an, aus der die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht auf Dienstag zitierte.

Er und sein Vater Francois Pinault hätten entschieden, dass die Familien-Holding Artemis den Betrag bereitstellen werde, um sich an der Anstrengung zum Wiederaufbau von Notre-Dame zu beteiligen. Francois-Henri Pinault ist Chef des Luxuskonzerns Kering, zu dem Modemarken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent gehören. Der superreiche Franzose ist außerdem als Kunstliebhaber und Mäzen bekannt.

(APA)

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