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Nova Rock - Blitz und Donner: Slipknot wüteten nach Sturm

Slipknot zeigte eine gruselige Bühnenshow. APA/Oczeret
ABD0158_20150614 - NICKELSDORF - ?STERREICH: Der S?nger Corey Taylor von der Band "Slipknot" w?hrend eines Konzertes auf der "Blue Stage" im Rahmen des "Nova Rock 2015" Festivals am Sonntag, 14. Juni 2015 im burgenl?ndischen Nickelsdorf. Das Festival findet vom Freitag, 12. Juni bis Sonntag 14. Juni 2015 in Nickelsdorf statt. + + + WE EXPRESSLY POINT OUT THAT, DUE TO LEGAL REASONS, THIS IMAGE MAY ONLY BE USED IN CONNECTION WITH THE PURPOSE CITED - MANDATORY CREDIT + + + NO SALES - EDITORIAL USE ONLY + + +. - FOTO: APA/HERBERT P. OCZERET

Der Abschluss des diesjährigen Nova Rock in Nickelsdorf geriert am Sonntag zum abwechslungsreichen Maskenball: Während nämlich Slipknot in ihrer unnachahmlichen Weise den Fans Härte und Melodie boten, sorgten zuvor die stets verkleideten Deichkind für gute Stimmung. Zwar wurde der Musikgenuss kurz von einem Gewitter getrübt, danach gab es Blitz und Donner aber nur noch auf den Bühnen.

Corey Taylor und seine Mannen von Slipknot können mittlerweile kaum etwas falsch machen: Vor 20 Jahren gegründet, sorgt die Metalformation mit den düsteren Horrormasken in regelmäßigen Abständen für solide bis großartige Kost auf Tonträger und ist live einfach eine Bank. Egal ob der wütend-knüppelnde "Heretic Anthem" oder etwas zugänglichere Kost wie "Duality" und die Groove-Großtat "Before I Forget": Auch am Nova Rock untermauerten die US-Amerikaner ihre Ausnahmestellung.

Slipknot mit viel Feuer

"Es ist zu viel Zeit vergangen seit dem letzten Mal", war folglich nicht nur die Meinung vom stimmgewaltigen Taylor, der immer wieder quer über die aufwendig gestaltete Bühne sprintete. Ein überdimensionaler Ziegenschädel als Hingucker im Hintergrund, wurde auch mit feurigen Einlagen nicht gespart. Mit Songs aus allen Schaffensphasen bot man den Fans als krönenden Abschluss des Festivals eine große Show inklusive Hebebühnen und Trommelinferno - auch wenn sich der Neuigkeitswert bereits nach einigen Nummern abnutzte.

Deichkind bringt Stimmung

Viel zu sehen gab es parallel auch bei Deichkind: Die deutsche Gruppe, gleichermaßen im Rap wie trashigen Elektro zu Hause und mit einer unwiderstehlichen Vorliebe für allerlei Live-Gimmicks ausgestattet, sorgte als Headliner auf der Red Stage für gute Stimmung und tanzende Menschen. "So ne Musik", "Denken Sie groß" oder "Like mich am Arsch" von der aktuellen Platte "Niveau weshalb warum" wurden begierig aufgesogen, da von den MCs Kryptik Joe, Porky und Ferris Hilton gleichermaßen mit Verve und Witz in die pannonische Finsternis geschleudert. Und wie es sich gehört, gab das Party-Kollektiv nicht nur Dauer-"Remmi Demmi", sondern auch eine optische Bühnenshow vom Feinsten - inklusive überdimensionalem Hirn und kostümierter Pac-Man-Jagd.

Motörhead mit druckvollen Rock

Mit den obligatorischen Worten "We are Motörhead and we play Rock and Roll" kündigte zuvor der unverwüstliche, aber dennoch sichtlich gesundheitlich angeschlagene Lemmy Kilmister seine Band an. Diese spielte genau den dreckigen, räudigen, druckvollen Rock, der sich so wohltuend aus der Genremasse hervorhebt. Allerdings war diesmal etwas Sand im Getriebe. Im vorderen Drittel vor der sehr gut besuchten Blue Stage war es verdammt laut, Lemmy krächzte eine Oktave tiefer als noch beim letzten Besuch und die Setlist umspannte Band-Klassiker wie "Stay Clean", "The Chase Is Better Than The Catch" und zum Abschluss die kultigen Kracher "Ace Of Spades" und "Overkill". "Wir promoten mit diesen Shows nicht unser demnächst erscheinendes Album", kommentierte Drummer Mikkey Dee im APA-Gespräch das Gebotene. "Bei Festivals will niemand Lieder hören, die keiner kennt."

Ein kurzes Vergnügen war der Auftritt von The Gaslight Anthem: Die US-amerikanische Band hatte gegen 19.00 Uhr erst eine gute Handvoll Songs zum Besten gegeben, bevor das Konzert aufgrund der Gewitterwarnung unterbrochen werden musste. Davor hatten Brian Fallon und Co Anhängern von handgemachtem Rock allen Grund zur Freude geliefert, gelang die Darbietung von Stücken wie "Handwritten" doch sehr zwingend, wenngleich unspektakulär.

Aber es half alles nichts: Kaum wurde es still auf den Bühnen, folgten wie auf Kommando heftiger Regen, Donner und Blitz. Die Fans am Gelände suchten so gut es ging Schutz und verließen wie aufgefordert die Bereiche vor Blue und Red Stage. Das Unwetter war aber nur von kurzer Dauer - gut 15 Minuten später hatten sich die schwarzen Wolken verzogen und kündeten nur Pfützen und Schlamm vom gewittrigen Intermezzo. Fortsetzen konnten Gaslight Anthem ihren Auftritt allerdings nicht mehr.

Farin Urlaub trotzt Wetter

Farin Urlaub dagegen war während der Regen-Unterbrechung überzeugt, dass er seinen Auftritt pünktlich beginnen kann. Der Ärzte-Gitarrist auf Solopfaden sollte mit seinem Optimismus recht behalten. Stilvoll arrangiert - schwarzer Bühnenhintergrund, schwarze Gewänder und ein leuchtender Schriftzug im Rücken - legte Herr Urlaub mit seinem Racing Team los. Die Band besteht aus Frauen, die Bläsersektion aus Männern - und der "Big-Band"-Sound bereitete dem Berliner viel Freude. Lieder wie "Was die Welt jetzt braucht", "Am Strand" oder "iDisco" luden zum Tanzen und Schmunzeln ein. Urlaub verpackt seine durchaus gesellschaftskritischen Betrachtungen in launige, mal swingende, mal rockende Lieder, die im Burgenland sehr willkommen waren.

Das kurze Unwetter mit starkem Regen und Hagel forderte die Mitarbeiter des Roten Kreuzes heraus: "Wir waren jedoch perfekt gerüstet, die Evakuierung ist reibungslos verlaufen", berichtete Einsatzleiter Martin Rechnitzer. Insgesamt wurden seit Beginn des Ambulanzdienstes mit Stand Sonntag 20.00 Uhr 2.339 Versorgungen durchgeführt. Rund 60 Patienten mussten zur weiteren Behandlung in das Krankenhaus Kittsee, das für das Nova Rock als Stützpunktspital diente, gebracht werden, sagte Rotes-Kreuz-Sprecher Thomas Horvath. "Trotz der schwierigen Wetterverhältnisse war das Publikum heuer besonders freundlich und angenehm", lobte er die Fans. (APA)

 

(Quelle: S24)

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