Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Nowitschok-Fehlalarm in England war womöglich ein Streich

Der jüngste Nowitschok-Fehlalarm in der südenglischen Kleinstadt Salisbury war möglicherweise ein übler Scherz. Man gehe auch dieser Spur nach, zitierten britische Medien am Donnerstag eine nicht näher genannte Polizeiquelle. Demnach soll ein Mann, der in den Vorfall verwickelt war, schon Prinz Charles und Herzogin Camilla einen Streich bei einer Filmpremiere 2006 gespielt haben.

In Salisbury waren vor einem halben Jahr der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Sie überlebten das Attentat nur knapp. Wenige Wochen später starb eine Frau; sie hatte Reste des Nervengifts für Parfüm gehalten. Den kleinen Behälter mit der Flüssigkeit hatte ihr Freund gefunden und dem Opfer geschenkt.

Bei dem Nowitschok-Fehlalarm am vergangenen Sonntag hatten ein 42 Jahre alter Mann und seine 30-jährige Frau angegeben, sich nach einem Essen in einem Restaurant in Tatort-Nähe plötzlich krank zu fühlen. Rettungskräfte versorgten die beiden unter hohen Sicherheitsmaßnahmen vor Ort, Straßen wurden gesperrt. Es bestand laut Polizei die Sorge, dass beide einer unbekannten Substanz ausgesetzt waren.

Ärzte im Krankenhaus gaben schließlich Entwarnung und entließen die beiden Patienten. Die 30-Jährige, ein Model mit russischen Wurzeln, behauptete in einem Bericht der Zeitung "The Sun", dass sie und ihr Mann vom russischen Staat vergiftet worden seien.

Das Attentat auf die Skripals am 4. März löste eine diplomatische Krise aus. London hält Moskau für den Drahtzieher und präsentierte zwei Russen als Täter. Die Verdächtigen sagten in Russland, sie seien nur als Touristen in die Stadt gereist. Nach Angaben des russischen Präsidenten Wladimir Putin sind die beiden Männer Zivilisten.

(APA/dpa)

Aufgerufen am 12.12.2018 um 04:51 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/nowitschok-fehlalarm-in-england-war-womoeglich-ein-streich-60243211

Kommentare

Mehr zum Thema